Kinder, Haushalt, Pflege – wer kümmert sich?

In den Herbstferien findet sich auch mal die Zeit, sich in Ruhe mit den vielen Studien und Berichten auseinanderzusetzen. Das von Bundesfamilienministerin herausgegebene Dossier fragt, wer sich um Kinder, Haushalt und Pflege kümmert. Das Ergebnis zeigt deutlich, das Frauen deutlich mehr Zeit für die Sorgearbeit (Care-Arbeit) investieren. Täglich sind dies 87 Minuten mehr als es Männer tun. gleichzeitig ist die Entgeldlücke und die Rentenlücke zuungunsten der Frauen.

Ursachen dafür finden sich natürlich auch in der Vergangenheit, die tradierten Rollenbilder männlicher Familienernährer. Auch mit dem Zuverdienst-Modell, bei dem Frauen durch Teilzeitarbeit Geld hinzuzuverdienen begangen, konnte diese Schieflage nicht auffangen. Mit der Geburt eines Kindes setzen auch Paare, die zuvor Erwerbs- und Haushaltsarbeit gleichmäßig verteilt hatten, auf Dauer die Arbeiten zuhause.

Es stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten es gibt, Frauen und Männer dabei zu unterstützen, unbezahlte Sorgearbeit und Erwerbsarbeit gleichmäßig aufzuteilen. Neue Arbeitszeitmodelle und die Aufwertung von Berufen in sozialen Feldern können und müssen da ein Lösungsansatz sein. Kinderbetreuung muss flexibler angeboten werden, ohne jedoch Erzieherinnen und Erzieher dadurch mehr zu belasten.

In einer zukunftsgerechten Gesellschaft müssen die Rahmenbedingungen eine partnerschaftliche Verteilung der unbezahlten Sorgearbeit für Männer und Frauen gleichermaßen attraktiv machen.

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