Jugendzentrum Stricker in Brackwede

Beim Thema Kinderbetreuung und Bildung wird meistens an Kitas und Schulen gedacht. Jugendzentren werden dabei meistens unterschätzt, leisten aber wertvolle Arbeit, weshalb ich mich dem Abteilungsleiter der Falken „Offene Kinder- und Jugendarbeit“ Michael Schütz, und dem Leiter des JZ Stricker Maik Quernheim in Brackwede (natürlich auf Abstand) getroffen habe. Wir haben uns über das aktuelle Betreuungsangebot, Pläne für die mögliche Wiedereröffnung der Jugendzentren und die Zukunft der offenen Kinder- und Jugendarbeit unterhalten.

Es war abzusehen, doch kamen die Schließungen der Jugendzentren sehr schnell. Oberstes Ziel war es, den Kontakt zur Gruppe weiterhin aufrechtzuerhalten. Zu Beginn wurden dazu hauptsächlich digitale Zugänge wie Instagram genutzt, auch Telefonsprechstunden wurden angeboten. Die engagierten Mitarbeiter*innen wurden schnell kreativ und so entstand Bielefelds erstes Digitales Jugendzentrum JZ-Digital. Alle Angebote wurden hier gebündelt und sichtbar gemacht: Instagram, Discord, Youtube und Co. halten Angebote wie Anleitungen zum Nähen von Masken oder Fifa-Turniere bereit.

Mit der Zeit wurde deutlich, dass auch die analogen Angebote wieder hochgefahren werden müssen. Neben Spieleausleihen und Quartiersbesichtigungen sind auf Wunsch von Sozialdezernent Ingo Nürnberger auch 1 zu 1 Settings für Jugendliche entstanden. Mit Erlaubnis der Eltern wurden so zum Beispiel Spaziergänge gemacht, um sich nach den Jugendlichen zu erkunden.

Mittlerweile dürfen auch die Jugendzentren wieder öffnen. Der Erlass der Landesregierung in NRW gibt jedoch nur spartanische Richtlinien vor, sodass in Bielefeld unter dem Dach des Bielefelder Jugendrings alle zusammengetan haben, um Leitlinien für Bielefeld zu entwickeln. Die jeweiligen Einrichtungen können dann auf dieser Basis individuelle Öffnungskonzepte entwerfen. Oberstes Gebot ist dabei, nicht in Aktionismus zu verfallen und die Sicherheit zu gewährleisten.

Während der Corona-Pandemie wird auch nochmal deutlicher, was von Bedeutung für die Zukunft ist. Soziale Ungleichheiten verschärfen sich, weshalb in Zukunft eine andere Vorbereitung notwendig ist. Das große Stichwort ist die Digitalisierung. Beginnen muss sie bei den Kleinsten, jede Schüler*in sollte bereits in der Grundschule die Möglichkeit haben, digitale Fähigkeiten zu erlernen. Dafür ist neben der digitalen Ausrüstung für Einrichtungen auch die Schulung des Personals notwendig. Sozialpädagog*innen müssen das neue Handwerkzeug bereits in der Ausbildung erlernen. Momentan steht und fällt das Angebot mit dem Engagement der Mitarbeitenden und ihren Hobbys. Der Blick wird zudem auch auf die Sommerferien gerichtet. Was kann man den Kindern anbieten? Was gilt als Sport?

Was können wir aus diesem Besuch lernen? Die Kinderbetreuung in den Jugendzentren läuft trotzdem weiter. Die Mitarbeitenden arbeiten sehr engagiert an Möglichkeiten, die Jugendlichen zu erreichen und ihnen Angebote zu unterbreiten. Vielen Dank für euren Einsatz!