Weltfrauentag 2020

Es ist Weltfrauentag, und es muss einmal mehr auf das Ungleichgewicht der Geschlechter hingewiesen werden. Es gibt zahlreiche Missstände, die uns alle nicht nur an diesem Tag, sondern an jedem Tag etwas angehen sollten. Der Tag ist international, die Probleme in den Entwicklungsländern sind gravierend, aber auch in Deutschland gibt es für mich nicht hinnehmbare Missstände.

2019 war das Jahr, in dem wir 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland gefeiert haben. Ein bedeutsamer Erfolg, der auch von der Sozialdemokratin Marie Juchaz mit getragen wurde. Aber es bleibt immer noch viel zu tun, um tatsächliche Gleichberechtigung zu erlangen. Da ist die ungleiche Bezahlung. Die Gender Pay Gap beträgt in Deutschland 21% – europäischer Spitzenwert. Das bedeutet konkret, dass Frauen bis zum heutigen Sonntag noch immer nicht denselben Jahreslohn erhalten haben, den Männer bis zum 31.12. des Vorjahres erhalten haben. Selbst wenn man die „bereinigte“ Gender Pay Gap nimmt, haben wir Werte von bis zu 6% weniger. In meinen Augen kein Argument, um sich nicht für wirkliche gleiche Bezahlung einzusetzen.

Zudem hat das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut des DGB einmal mehr verdeutlicht, wie ungleich die unbezahlte Arbeit in Haushalt, Kindererziehung und Pflege im Vergleich zwischen Männern und Frauen verteilt ist. Den größten Teil dieser Arbeit leisten Frauen, eine partnerschaftliche Arbeitsteilung ist auch unter Paaren, die beide Vollzeit arbeiten, nicht ausgeprägt. Wir brauchen daher eine Gesellschaft, die weiblicher denkt und die alten Klischees abstreift.

Aber wir brauchen auch eine Politik, die weiblicher denkt. Gemeinsam mit der Grünen Landtagsfraktion habe ich mit der SPD-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen den Vorschlag für das Paritätsgesetz eingebracht. Der nutzen wird immer deutlicher, wo doch Ministerpräsident Armin Laschet die Frage nach einem ausschließlich männlichen Bewerberfeld für den CDU-Parteivorsitz weglächelte, um dann doch noch auf die Bedeutung der Frauen in Parlamenten aller Ebene zu verweisen.

Noch besteht die Chance, sich unserem Gesetzesentwurf anzuschließen, und die Unterrepräsentanz der Frau aufzulösen. 27,1% der Abgeordneten in NRW sind Frauen, 50% der Bevölkerung sind Frauen. Ein Ungleichgewicht, was auch auf kommunaler Ebene deutlich ist. Daher fordern wir, dass die Plätze auf den Landeslisten, beginnend mit einer Frau oder einem Mann und danach mit einem Mann oder einer Frau, nach dem Reißverschlussverfahren besetzt werden

Link Paritätsgesetz: https://www.landtag.nrw.de/…/dokume…/Dokument/MMD17-7753.pdf