Kinderschutz geht über Parteipolitik: „Kinder vor Passivrauch schützen!“

Diese Woche hat sich der nordrhein-westfälische Landtag mit dem SPD-Antrag zum Nichtraucherschutz von Kindern in Autos befasst. In diesem Antrag haben wir die Landesregierung aufgefordert, per Bundesinitiative ein Rauchverbot im Auto, wenn Minderjährige anwesend sind, zu erwirken. Außerdem soll sich die Landesregierung im Bundestag für zielgruppenorientierte Aufklärung, kostenlose Rauchstoppprogramme und ein Verbot der Tabakwerbung starkmachen.

In der Anhörung kamen die geladenen Experten zu eindeutigen Stellungnahmen. Die Ärztekammer Nordrhein schätzt, dass die Hälfte aller Kinder unter sechs Jahren in Deutschland in einem Raucherhaushalt wohnt. Außerhalb der eigenen vier Wände sind Kinder und Jugendliche demnach vor allem im Auto dem Tabakrauch ausgesetzt. „Nirgendwo ist die Passivrauchkonzentration so hoch“, erklärte Dr. Matthias Brockstedt, Suchtbeauftragter des Berufsverbands der Ärzte für Kinder- und Jugendmedizin (bvkj e.V.), in seinem schriftlichen Bericht zur Anhörung. Laut Deutschem Krebsforschungszentrum sind rund eine Million Kinder in Deutschland diesem schwerwiegenden Gesundheitsrisiko schutzlos ausgeliefert. Der Deutsche Ärztetag und Dr. Matthias Brockstedt ordneten das Rauchen im Auto als Kindeswohlgefährdung ein. 66 Prozent der Raucherinnen und Raucher mit minderjährigen Kindern sprechen sich für ein vollständiges Rauchverbot aus.

Dieses eindeutige Ergebnis zeigt die Notwendigkeit eines Rauchverbots im Auto. Es ist die Aufgabe der Politik, Kinder und Jugendliche vor Passivrauchen zu beschützen. Die Mehrheit in der Bevölkerung befürwortet ein Verbot. Selbst zwei Drittel der Raucher sind dafür, das belegen Umfragen. Juristisch steht der Initiative nichts entgegen. Es würde noch nicht einmal Steuergeld kosten. Und auch NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) hat seine Sympathie für den SPD-Vorstoß erkennen lassen.