Mobile Praxis ‚Streetmed‘ mit Regine-Hildebrandt-Preis ausgezeichnet

Gestern hat die ‚Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut‘ im Bielefelder Rathaus den ‚Regine-Hildebrandt-Preis‘ verliehen, der Projekte und Personen auszeichnet, die sich durch ihr soziales Engagement im Bereich Arbeitslosigkeit und Armut besonders ausgezeichnet haben.

Neben weiteren außerregionalen Projekten wurde auch die Bielefelderin Barbara Kroll geehrt, die im Rahmen des Projektes „Streetmed“ mit ihrer mobilen Praxis Wohnungslose und Suchterkrankte in der Stadt aufsucht und medizinisch versorgt. Ich freue mich sehr, dass die Stiftung damit den Vorschlag, den Wiebke Esdar und ich gemeinsam eingereicht haben, berücksichtigt hat.

Angesichts von 800 Menschen, die in Bielefeld unter Wohnungslosigkeit leiden, davon rund 50, die unter freiem Himmel schlafen, ist ein solches Angebot unverzichtbar. Oftmals empfinden Menschen in schwierigen Lebenslagen eine Hemmschwelle reguläre Arztpraxen aufzusuchen, aus Scham oder Sorge vor zusätzlichen Kosten. Doch gerade diese Menschen, die einem höheren alltäglichen Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind, bedürfen der medizinischen Fürsorge umso mehr.

Barbara Kroll, die seit 20 Jahren für Bethel mit dem Streetmed-Bus Notunterkünfte, Parks und abgelegene Schlafplätze besucht, leistet einen enormen Dienst für die Ärmsten in unserer Stadt, ohne den es vielen Menschen noch deutlich schlechter gehen würde. Auch wenn wir in Bielefeld im Bereich der sozialen Versorgung sehr gut dastehen, glaube ich, dass wir den Zugang zu einigen lebenswichtigen Bereichen noch vereinfachen können und sollten, um Bedenken bei Betroffenen abzubauen. Gute Sozialarbeit, die Schaffung von Unterbringungsmöglichkeiten, medizinische Versorgung, Therapie- und Wiedereingliederungsangebote – all das sind Maßnahmen, die wir in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebaut und auch in Zukunft weiter entwickeln werden. Unser Anspruch ist und bleibt, dass alle Menschen in Bielefeld Anspruch auf ein würdiges Leben haben sollen.