Bundesministerin Barbara Hendricks zu Planungsgespräch „Zukunftsquartier für alle“ in Bielefeld

v.i. Sven Frischemeier (Ratsmitglied der Stadt Bielefeld), Barbara Hendricks (Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit), Regina Kopp-Herr (Landtagsabgeordnete der Stadt Bielefeld)

Die Flächen der britischen Kasernen an der Detmolder Straße werden in den kommenden Jahren mit dem Abzug der Streitkräfte zur kommunalen Nutzung freigegeben. Wie diese Konversionsflächen dann effektiv für die Bielefelder Bevölkerung genutzt werden können, ist derzeit Planungsgegenstand für Landtagsabgeordnete Regina Kopp-Herr und Ratsmitglied Sven Frischemeier, der das Konzept „Zukunftsquartier für alle“ entwickelt hat, welches vor allem eine Wohnraumnutzung mit Fokus auf bezahlbares Wohnen und Klimaschutz vorsieht. Um fachliche und politische Unterstützung für das Projekt einzuwerben, haben die beiden Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit Barbara Hendricks in das Elfriede-Eilers-Zentrum der AWO Bielefeld eingeladen, um ihr die ersten Ideen für ein neues urbanes Quartier vorzustellen. Die Wohnungsbaugeesellschaften wurden zudem durch Petra Eggert-Höfel, Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Wohnungswirtschaft Ostwestfalen-Lippe vertreten.

Besondere Schwerpunkte liegen neben einer Durchmischung der Wohnbevölkerung, auch auf einer Anbindung an die Stadtbahn, der Berücksichtigung von zukünftiger Mobilität, wie in etwa Elektroladestationen für Autos und eine klimaeffeziente, und einer günstigen und ansprechenden Bauweise. Die Gebäudezeile entlang der Detmolder Straße soll zudem mit Gewerbeflächen besetzt werden die sich vor allem aus „digitalem Gewerbe“ und Nahversorgung zusammensetzt und so für eine Aufwertung des Gebietes sorgt. Dafür soll neben den Gewerbenflächen auch jedes Haus mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet werden.

Für Regina Kopp-Herr ist ein Aspekt in Sven Frischmeiers Konzept beesonders wichtig: „Wir haben in Quartieren, die dem gefördertem Wohnungsbau zugerechnet werden oftmals das Problem soziale Bedarfe nur unzureichend abdecken zu können. So sehen wir in Vierteln wie Baumheide beispielsweise einen Mangel an Kinderärzten. Es ist mir wichtig, dass die medizinische Versorgung, soziale Angebote fürJugendliche und Senioren und eine gute Abdeckung durch Bildungseinrichtungen vor Ort gewährleistet sind.“

Um die Flächen auch den Baugenossenschaften zugänglich zu machen, ist es der Wohnungswirtschaftsvertreterin Petra Eggert-Högel zufolge besonders wichtig, den Marktzugang und die bezahlbare Flächenpreise durch den Bundesgesetzgeber zu ermöglichen. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) ist für die Vergabe der Flächen zuständig und vergibt bisher nur an kommunale Bauträger. Für die Baugenossenschaften wäre eine Änderung des BIMA-Gesetzes zum einfachen Erwerb günstiger Bauflächen wichtig. Dieses Anliegen formulierte Petra Eggert-Högel auch noch einmal deutlich: „Auf teurem Boden wächst kein günstiger Wohnraum. Zur Entwicklung eines solchen Projektes brauchen wir die Unterstützung des Bundes.“ Ministerin Hendricks stimmte in der Sache zu und stellte eine baldige Entwicklung in Aussicht: „Die gesetzliche Neuregelung wird Teil der nächsten Koalitionsverhandlungen. Das „Zukunftsquartier“ ist ein sehr sinnvolles und spannendes Projekt, von dem Bielefeld als Stadt insgesamt ungemein profitieren dürfte. Städtebauliche Maßnahmen wie diese gilt es im Sinne der Anforderungen wachsender Städte und dem steigenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum zu unterstützen.“