Prominente Unterstützung für Aufklärung über Vorsorge

(v.l.n.r.): Justizminister Thomas Kutschaty, Helga Reinisch (Demenz-Servicezentrum OWL), Regina Kopp-Herr (MdL), Bernd Onckels (Diakonieverband Brackwede) und Karin Schrader (1. Bürgermeisterin Bielefelds).

Justizminister Thomas Kutschaty zu Gast in Bielefeld

„Mir passiert schon nichts.“ Wie naiv dieser Gedanke ist, wird meistens erst klar, wenn es schon zu spät ist. Denn die Möglichkeit, Opfer eines Unfalls oder einer Krankheit zu werden, besteht jederzeit. Im schlimmsten Fall ist man dann so schwer getroffen, dass es unmöglich ist, weiterhin selbst über sein Leben zu bestimmen.

Die Gefahr eines solchen Ernstfalls wird oft ignoriert. Dass es aber durchaus Werkzeuge zur Vorsorge gibt, haben am Freitagabend im Bezirksamt Brackwede zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger bei einer Podiumsdiskussion mit prominenter Besetzung erfahren. Der Einladung der Landtagsabgeordneten Regina Kopp-Herr (SPD) folgten NRW-Justizminister Thomas Kutschaty, Karin Schrader, die 1. Bürgermeisterin Bielefelds, Bernd Onckels vom Diakonieverband Brackwede und Helga Reinisch vom Demenz-Servicezentrum OWL.

Gemeinsam haben die Podiumsgäste über die rechtliche Lage einer Vollmachterteilung aufgeklärt und ganz praktische und lebensnahe Tipps gegeben. Im Prinzip kann nämlich jeder Mensch bevollmächtigt werden, Kutschaty fügte allerdings hinzu: „Ich empfehle ihnen aber, vorher mal mit der Person darüber gesprochen zu haben, die man beabsichtigt zu bevollmächtigen.“ Außerdem machte er auf einen häufigen Fehler aufmerksam: „Was nutzt Ihnen die Vollmachterteilung, wenn Sie sie zu Hause in der Nachttischschublade haben und keiner weiß davon?“ Aus diesem Grund kann jeder seine Vorsorgebevollmächtigung und den Namen der bevollmächtigten Person/en beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer (www.vorsorgeregister.de) registrieren lassen.

Regina Kopp-Herr gestand, selbst erst vor einigen Jahren durch eine Debatte im Landtag auf das Thema Vorsorgevollmacht aufmerksam geworden zu sein – seitdem lasse es sie allerdings nicht mehr los. Für die Landtagsabgeordnete geht es bei einer frühzeitigen Vorsorge um nicht weniger als „eine Frage des selbstbestimmten Lebens, also der individuellen Freiheit.“

Abschließend hatten alle Podiumsgäste zwei gemeinsame Wünsche: Erstens, eine bessere Kommunikation der beteiligten Verbände und Ämter. Und zweitens, mehr Bewusstsein in der öffentlichen Wahrnehmung für die Ernstfallvorsorge. Informieren auch Sie sich jetzt unter www.betreuung.nrw.de und nehmen Sie Ihre Zukunft selbst in die Hand.