Delegiertenkonferenz: Nach Georg Fortmeier nominiert die Bielefelder SPD jetzt die Kandidatinnen Christina Kampmann und Regina Kopp-Herr

Von Andrea Rolfes

Bielefeld. Mit der Wahl von Regina Kopp-Herr und Christina Kampmann hat die SPD Bielefeld jetzt ihr Trio für die Landtagswahlen im Mai 2017 komplettiert. 142 Genossen waren am Freitagabend zur Wahlkreiskonferenz der Partei ins Gymnasium Brackwede gekommen. Dritter Kandidat ist der Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende Georg Fortmeier, der bereits im Juni für den Wahlkreis 94 (Gütersloh 1, Bielefeld 3) nominiert wurde.

Obwohl bei der Wahl am Freitagabend aufgrund nicht existierender Gegenkandidaten keine Überraschungen erwartet wurden, gab es dann doch eine: In die Stimmenauszählung schlich sich der Fehlerteufel ein. Die Wahl der Kandidatin Christina Kampmann musste im ersten Wahlgang für ungültig erklärt werden. Und das, obwohl die NRW-Familienministerin bereits im Vorfeld eingestand, aufgeregt zu sein. Zumal sie in große Fußstapfen trete. "Vor der eigenen Partei für die eigene Person zu werben, ist immer etwas besonders." Am Ende durfte die 36-Jährige aufatmen. Sie erhielt bei 137 abgegebenen Stimmen 112 Ja-Stimmen (81,8 Prozent), 18 Nein-Stimmen und 7 Enthaltungen. Kampmann rückt im Wahlkreis 92 (Mitte, Gadderbaum, Schildesche) für den langjährigen Landtagsabgeordneten Günter Garbrecht nach. Der 66-Jährige gilt als politisches Schwergewicht und erfahrener Sozialpolitiker, wollte aber nicht erneut kandidieren.

Kampmann ist seit Oktober 2015 Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport. Zuvor war sie Abgeordnete im Bundestag und dort Mitglied im Innenausschuss sowie im Ausschuss Digitale Agenda. Kampmann hat Verwaltungslehre, Politikwissenschaften und European Studies in Bielefeld, Hagen und Wien studiert. Als zuständige Ministerin will sie ein neues Kinderbildungsgesetz im Land auf den Weg bringen, das gebührenfreie Kitaplätze vorsieht. Sie will die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Pflege und Beruf verbessern. "Ich kämpfe an vielen Stellen dafür, dass Mütter und Väter nicht benachteiligt werden, wenn sie sich für Familie entscheiden." Weitere Schwerpunkte ihres Wahlkampfes werden die Integration von Flüchtlingen und die Kulturförderung sein.

Ebenfalls zur Wahl stand Regina Kopp-Herr als Landtagskandidatin für den Wahlkreis 93 (Brackwede, Heepen, Stieghorst, Sennestadt und Senne). Kopp-Herr sitzt seit 2010 im Landtag, seit 2009 ist sie Bezirksbürgermeisterin in Brackwede. Die Landtagsfraktion hat die 59-Jährige im März dieses Jahres zu ihrer neuen Sprecherin für Emanzipation, Frauen und Gleichstellung gewählt. Kopp-Herr erhielt am Abend 91,5 Prozent der Stimmen mit 130 Ja-Stimmen, 4 Gegenstimmen und 8 Enthaltungen.

Ihre Schwerpunkthemen im Wahlkampf sind Kinder, Jugend und Familie. Ihr Anliegen: Kein Kind zurücklassen im Sinne einer vorbeugenden Politik. Als Gleichstellungspolitikerin setzt sie sich für die Rechte von Frauen, eine moderne Frauenrolle und gegen Gewalt von Frauen ein. Mit der Förderung und Vernetzung örtlicher Hilfsangebote will sie das Thema sexualisierte Gewalt bekämpfen. Außerdem setzt sie sich für die rechtliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen, Trans- und Intersexuellen ein.

Für Georg Fortmeier, der bei den letzten drei Landtagswahlen das Direktmandat holte, ist das Ziel des Wahlkampfes klar: Ich setze auf Sieg, nicht auf Liste." Ob das dem Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses im Landtag erneut gelingen wird, ist noch offen. Punkten will er mit Themen der Wirtschafts- und Wissenschaftspolitik. Der Breitbandausbau und die Förderung des Clusters "It?s OWL", eine Kooperation von 174 Unternehmen, Hochschulen und Kompetenzzentren, gehören zu seinen Schwerpunkten.