Geballte Frauenpower aus dem Kreis Soest traf sich zum Austausch

Bessere Karrierechancen für Frauen im öffentlichen Dienst und eine geschlechtergerechte Repräsentanz in Gremien im Einflussbereich der öffentlichen Hand sowie eine Stärkung der Position der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten sind die wesentlichen Ziele der geplanten Neuregelung des Landesgleichstellungs-gesetzes, das im Düsseldorfer Landtag zur Beratung ansteht.

Im Vorfeld der parlamentarischen Gesetzesbefassung nutzte die heimische Landtagsabgeordnete Marlies Stotz (SPD) die Gelegenheit, mit den Gleichstellungsbeauftragen der Städte und Gemeinden im Kreis Soest über die aktuelle Situation der Gleichstellungsarbeit vor Ort sowie vor allem über die geplanten Neuregerlungen des Landes ins Gespräch zu kommen. Kompetente Unterstützung stellte dabei Regina Kopp-Herr, frauenpolitische Sprecherin der SPD im Düsseldorfer Landtag, sicher.

Gesetzliche Grundlage für die Gleichstellung der Geschlechter im gesamten öffentlichen Dienst in NRW ist das bereits 1999 in Kraft getretene Landesgleichstellungsgesetz, was sich nach Auffassung aller Gesprächsteilnehmerinnen im Grundsatz bewährt habe. „Wir haben in Nordrhein-Westfalen bei der Frauenförderung zwar viel erreicht“, stellte Marlies Stotz zunächst fest „dennoch sind wir noch nicht am Ziel, es ist noch Luft nach oben.“ Diese Einschätzung teilten die örtlichen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Soest, die aus ihren täglichen Erfahrungen berichteten.

So gelte die Formel, je höher die Position, desto geringer der Frauenanteil, leider immer noch. Als weiteres Problem wurde geschildert, dass es für Gleichstellungsbeauftragte, gerade in kleineren Städten und Gemeinden, selbst innerhalb der Verwaltung noch häufig an Akzeptanz für Gleichstellungsarbeit hapere. Oftmals seien sie für weitere Aufgaben innerhalb der Verwaltung zuständig und nicht selten müsste die Gleichstellungsarbeit hinten anstehen. „Genau hier setzen wir mit der Novelle des Gesetzes an und wollen für eine bessere Rechtsposition sorgen“, erklärte Regina Kopp-Herr, „wir brauchen starke Gleichstellungsbeauftragte, die sich auf eine solide rechtliche Basis berufen können.“ Auch das Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ in und außerhalb der Verwaltung wurde angesprochen. Leider sei es bislang eher die Ausnahme und noch lange nicht selbstverständlich, auch Führungspositionen in Teilzeit zu übernehmen, um notwendige Erziehungs- oder Pflegeaufgaben in der Familie erfüllen zu können. Auch hier sei noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Erfreut zeigten sich Landespolitikerinnen über die Entwicklung beim Kreis Soest, wo – so die Gleichstellungsbeauftragte Petra Nagel – bereits 10 Prozent der Teilzeitbeschäftigen männlich seien, auch um ihrer Väterrolle besser gerecht werden zu können.

Regina Kopp-Herr gab abschließend den weiteren Fahrplan für die Beratungen der Gesetzesnovelle bekannt und gemeinsam mit Marlies Stotz bedankte sie sich für die vielen richtungsweisenden Anregungen aus der Praxis für die Stärkung der Gleichstellungsarbeit in Nordrhein-Westfalen, „die wir gerne in unsere weiteren Beratungen miteinbeziehen werden“.