Deutsche Geschichte in arabischer Sprache

Eröffneten die Ausstellung im Oldentruper Hof: Nilgün Isfendiyar und Regina Kopp-Herr (v. l.) Foto: Wolfgang Rudolf

Bielefeld. "Der Weg zur deutschen Einheit" heißt die Ausstellung, die sich ab sofort Flüchtlinge aus aller Herren Länder in der Landesunterkunft im Oldentruper Hof anschauen können. Die arabisch sprechenden Frauen und Männer können sogar die dazugehörigen Texte lesen, denn die Ausstellung ist komplett in arabischer Sprache.

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur bietet sie an – und Regina Kopp-Herr, Landtagsabgeordnete der SPD aus Bielefeld, hat sie in die Flüchtlingsunterkunft beordert, damit sich die Menschen aus anderen Kulturkreisen, die dort wohnen, mit der jüngsten deutschen Geschichte vertraut machen können.

"Ich habe überlegt, in welcher Einrichtung es am sinnvollsten wäre, die Ausstellung zu präsentieren", erzählt Kopp-Herr. Der Oldentruper Hof ist es geworden, weil dort vermutlich die meisten Menschen damit erreicht werden können.

Im Oldentruper Hof leben derzeit rund 500 Flüchtlinge. Sie bleiben in der Regel wenige Wochen, bis sie einer Kommune zugewiesen werden. Das bedeutet: es kommt zu regelmäßigem Wechsel. Zurzeit gibt es jedoch keine Zuweisungen, berichtet Unterkunftsleiter Aleksander Frank. Zunächst sollen die Notunterkünfte im Land leer gezogen werden.

Die Ausstellung besteht aus 20 DIN-A3-Plakaten und hat Kosten von 20 Euro verursacht. Sie zeigen den Prozess der deutsch-deutschen Wiedervereinigung in Texten und Bildern. Zu sehen sind sie in einem Flur. Kopp-Herr hofft, dass sie dort lange hängen. Erste Betrachter gab es schon. Das Interesse ist laut Mitarbeiter da. Etwa die Hälfte der dort lebenden Flüchtlinge wie die Syrer und Iraker kann die arabischen Texte lesen.

Afghanen sind eine weitere größere Gruppe dort. Sie müssten Deutsch lernen, um die Informationen aufnehmen zu können. Denn auf einem Papier neben den Plakaten befindet sich die Übersetzung in der Sprache des Fluchtlandes.