„Flagge zeigen gegen Gewalt an Frauen zum heutigen Aktionstag von Terres des femmes“

Seit 15 Jahre wehen die Fahnen von Terres des femmes als Signal wider der Gewalt an Frauen. Deshalb wird heute auch eine Flagge vor dem nordrhein-westfälischen Landtag gehisst. Ob in Berlin, Honduras oder Burkina Faso – überall ist die Botschaft der demonstrierenden Frauen und Männer gleich: Nein zur Gewalt an Mädchen und Frauen! „Mit dieser Aktion wollen wir unser Engagement in NRW verdeutlichen, dass wir missbrauchten und von gewaltbetroffenen Frauen mit unserer Politik helfen wollen“, sagt Gerda Kieninger, Sprecherin für Frauenpolitik in der SPD-Fraktion im Landtag.

„Wir haben den Haushaltsansatz 2016 für Frauenhäuser in NRW nochmals um eine Million Euro auf fast 19 Millionen aufgestockt. Damit reagieren wir auf den gestiegenen Bedarf von Frauen, die mit ihren Kindern in Frauenhäusern Schutz suchen. Meist sind die Kinder auch traumatisiert und benötigen besondere Unterstützungen. Außerdem haben wir auf die gestiegene Flüchtlingszahl reagiert und zusätzlich 900.000 Euro für traumatisierte geflüchtete Frauen und Mädchen unter 18 Jahren bereits mit den zweiten Nachtragshaushalt für das laufende Jahr eingestellt.

Der diesjährige Aktionstag von Terres des femmes will auf den abscheulichen Missstand der Frühehen aufmerksam machen: Auf der ganzen Welt werden Jahr für Jahr 14,2 Millionen Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Damit gibt es tagtäglich nicht weniger als 40.000 Fälle von Menschenrechtsverletzung. Die Frühehen sind jedoch erst der Anfang einer Kette von weiteren Einschnitten, denn sie ziehen Schulabbrüche, (sexuelle) Ausbeutung, zu frühe Schwangerschaften und finanzielle Abhängigkeiten nach sich. Frühehen werden keineswegs nur in Entwicklungs- und Schwellenländern praktiziert, sondern ebenfalls in Deutschland. Eheschließungen von 16-Jährigen sind auch bei uns mit Zustimmung des Familiengerichts möglich. Es ist daher eine Bestrebung von Terres des femmes sich national wie international für die Durchsetzung eines Mindestheiratsalters von 18 Jahren ohne Ausnahme einzusetzen.“