Refugees Welcome!

Wann konnte man zum letzten Mal eine Zeitung aufgeschlagen oder eine Nachrichtensendung anschauen und es ging nicht um Flüchtlinge? Das Thema dominiert den Diskurs der öffentlichen Meinung mehr als jedes andere zuvor. Täglich werden wir mit Meldungen konfrontiert, die uns darauf hinweisen, dass die Zahlen steigen – die der Schutzsuchenden und der Steuerausgaben. Schulen und Hotels (z.B. Tieplatzschule oder der „Rütli“) werden hergerichtet, an manchen Orten Zeltstädte gebaut und neuerdings werden in Hamburg sogar Lagerhallen beschlagnahmt. Dabei gibt es so viele andere wichtige Meldungen, die unsere Aufmerksamkeit verdienen: Neue Tarifabschlüsse für das Kita-Personal zum Beispiel, die Griechenlandkrise, oder der Krieg in der Ukraine.

Ich denke die Antwort lautet, dass in dem Schicksal der Flüchtlinge, mehr als in allen anderen Ereignissen die sich in den täglichen Nachrichten spiegeln, die Frage auftaucht, in was für einer Gesellschaft wir leben möchten. Es handelt sich um eine Suche nach gemeinsamen Werten, die das Potential hat zu spalten aber auch zu vereinen. Wie mit notleidenden Menschen umgehen, die, zumindest der Wahrnehmung nach, den eigenen Wohlstand bedrohen?

Die Konfliktlinien die auftauchen verdeutlichen, dass Solidarität, gerade mit „Fremden“, keine Selbstverständlichkeit ist. Gleichzeitig zeigt uns der Einsatz tausender engagierter Helferinnen und Helfer ein ungekanntes Maß an Hilfsbereitschaft und den gemeinsamen Wunsch nach einer herzlichen Willkommenskultur.

So ist das Motto des heutigen Tags des Flüchtlings besonders treffend:

„Refugees Welcome“