Laudatio Ulf Hentschkel-Kristal

Regina Kopp-Herr
Regina Kopp-Herr

Gestern Abend hatte ich die Ehre, Ulf Hentschkel-Kristal für sein langjähriges, ehrenamtliches Engagement in der AIDS Hilfe auf kommunaler, Landes- und Bundesebene mit einer Laudatio zu würdigen. Dieser Würdigung folgte die Verleihung des Ehrenamtspreises "Merk|würdig" der AIDS-Hilfe NRW e.V. im katholischen Maxhaus in Düsseldorf.

Die Rede im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Dr. Schlimbach,
sehr geehrte Mitglieder der LandesAIDS Hilfe,
sehr geehrte Damen und Herren,
und ganz besonders sehr geehrter Herr Henschke-Kristal, lieber Ulf,

herzlichen Dank für die Einladung zum heutigen Abend.
Darüber habe ich mich sehr gefreut.
Ich fühle mich geehrt, heute einen seit vielen Jahren in der AIDS-Hilfe engagierten Menschen zu ehren.

„Merk|würdig“ so heißt der Ehrenamtspreis der LandesAIDS-Hilfe NRW.
„Merkwürdig“, bei diesem Wort bin ich ins Grübeln gekommen. „Merkwürdig“ verwende ich im Sinne von komisch, seltsam. Also habe ich den Duden befragt. Dieser benennt weitere Synonyme wie absonderlich, befremdend, kauzig, aber auch erstaunlich und ungewöhnlich.
Erstaunlich, ungewöhnlich und merkwürdig, lieber Ulf ist Dein ehrenamtliches Engagement in der AIDS-Hilfe auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene.

Bei uns in Bielefeld bist Du seit 1996 in der AIDS-Hilfe aktiv, seit 1998 als zweiter Vorsitzender des Vereins.
Als ausgewiesener Finanzfachmann bringst Du Dein Fachwissen in die Arbeit der AIDS-Hilfe ein. Der Aufbau des Beschäftigungsprojektes „Tierpension“ zur beruflichen Qualifizierung ist ein herausragendes Beispiel, wie hohe fachliche Kompetenz, sowie die Fähigkeit dicke und harte Bretter beharrlich zu bohren solche Fördermodelle möglich machen. Ich weiß, das geschieht immer auch in Gemeinschaft mit anderen engagierten Vereinsmitgliedern, aber ohne Moos nix los, wie es so schön heißt. Du hattest also einen ausschlaggebenden Part.

Auch auf Landesebene engagierst Du Dich für die Ziele der AIDS-Hilfe. Ganz praktisch geschieht dies, in dem Du seit vielen Jahren als ein Kenner von Zahlen und Buchführung die Kasse des Verbandes prüfst – im Ehrenamt natürlich. Das ist eine ungeliebte Arbeit, ein Dienst im Hintergrund der oftmals wenig bemerkt vonstattengeht. Korrekt geführte Bücher sind jedoch für einen gemeinnützigen Verband unerlässlich.
Nach der Auflösung des Delegiertenrates der Deutschen AIDS-Hilfe, in dem Du die regionalen AIDS-Hilfen vertreten hast, führst Du Dein Engagement auf Bundesebene, über NRW, hinaus als Beisitzer fort. Deine genauen Aufgaben dort kenne ich nicht, ich gehe mal davon aus, dass Dein finanzielles Know-how auch dort nicht außen vor bleibt.

Zwischen den Zeilen dieser etwas statischen Aufzählung Deiner Verdienste, stehen Deine Überzeugung, Deine Fähigkeit Anwalt zu sein, Partei zu ergreifen für die Ziele und das Leitbild der AIDS-Hilfe NRW, also Engagement für und mit Menschen. Beispielhaft möchte ich nennen:
die Arbeit gegen Diskriminierung HIV-infizierter Menschen,
für die Prävention die ein selbstbestimmtes Handeln der Menschen im Umgang mit HIV, Aids und anderen sexuell übertragbaren Infektionen ermöglichen und mit der Lust an einer Streitkultur die tragfähige Lösungen sucht und einen fairen Interessenausgleich anstrebt. (Sie merken, ich habe ein wenig „Anleihe“ in ihrem Leitbild getätigt).

Lieber Ulf,
auch die Schwusos haben von Deinem Engagement profitiert.
Ein ganz wichtiges Engagement auf dem Weg zur Normalität unterschiedlichster sexueller Orientierung. Hier ist an manchen Stellen, ich nenne hier nur mal den Fußball, noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Dazu wollen wir als Landespolitiker_Innen beitragen.

Lieber Ulf,
ich danke Dir ganz persönlich und von Herzen für Dein überzeugendes, überragendes, merkwürdiges Engagement in der AIDS-Hilfe auf drei Ebenen.
Im Talmud heißt es:
„Eines Menschen Kerze ist Licht für viele.“

In diesem Sinne Ulf brennt Deine Kerze schon eine lange Zeit. Lass sie noch eine Weile leuchten.

Herzlichen Dank.