DGB NRW zum Equal pay day: Frauen haben ein Recht auf mehr!

Anlässlich des Equal Pay Day am 20. März 2015 hat Stefanie Baranski-Müller, Frauensekretärin des DGB NRW, die ungleiche Behandlung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt kritisiert. „Es ist ein Armutszeugnis, dass Frauen in Deutschland nach wie vor 22 Prozent weniger verdienen als Männer. Damit liegen wir sogar 5 Prozent hinter dem EU-Durchschnitt.“

Diese Gehaltslücke ergebe sich zum Teil daraus, dass typische Frauenberufe schlechter bezahlt seien als klassische Männerdomänen. „Dabei ist es nicht rational erklärbar, warum weibliche Berufe in Gesundheit, Erziehung und Dienstleistung im Schnitt geringer vergütet werden als männliche Berufe an der Maschine.“ Darüber hinaus arbeiteten Frauen häufiger in Teilzeit oder Minijobs. „Viele Frauen treten zum Beispiel in Phasen der Kindererziehung beruflich kürzer und finden anschließend nicht mehr auf eine Vollzeitstelle zurück. Dazu kommt, dass in vielen sogenannten Frauenberufen ein grundsätzlicher Mangel an Vollzeit-Arbeitsplätzen besteht.“ So würden zum Beispiel im Einzelhandel fast ausschließlich Arbeitsverträge mit geringer Stundenzahl angeboten.

Um dieser Ungerechtigkeit endlich ein Ende zu bereiten, sei neben einem kulturellen Wandel auch politisches Engagement gefragt. „Der Mindestlohn war ein erster wichtiger Schritt, um die Gehaltslücke zwischen Frauen und Männern zu reduzieren. Jetzt sind weitere Schritte gefragt. Neben einem Entgeltgleichheitsgesetz brauchen wir ein Rückkehrrecht von Teilzeit- in Vollzeitarbeit und einen weiteren Ausbau der Kinderbetreuung. Zudem müssen Minijobs reformiert und endlich ab dem ersten Euro sozialversicherungspflichtig werden.“ Aber auch die Frauen selber könnten etwas tun, so Baranski-Müller weiter. „Gerade in typischen Frauenberufen gibt es einen geringen gewerkschaftlichen Organisationsgrad. Daher fordern wir alle Frauen auf, sich in einer Gewerkschaft zu engagieren und aktiv an einer Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen mitzuarbeiten.“ Denn nur mit breiter Unterstützung der Beschäftigten hätten die Gewerkschaften eine Chance, gute Tarifverträge auszuhandeln.