Zum Frauentag Frauenquote beschlossen

Berlin (dpa). Lange hat es gedauert, gestritten wurde bis zuletzt, und Probleme bei der Umsetzung sind absehbar. Dennoch ist der Bundestagsbeschluss zur Einführung der Frauenquote von 30 Prozent in Aufsichtsräten nicht nur für Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) ein sehr besonderes Ereignis. Große Worte werden bemüht: historischer Schritt, Meilenstein, Kulturwandel. Es ist ein Sieg für die Frauen, die viele Jahre für die Quote gekämpft haben. Und ein ganz persönlicher Erfolg für die Ministerin.

Erst einmal geht es nur um etwa 100 Unternehmen, nur um Aufsichtsräte und nicht um die mächtigeren Vorstände. Betroffen sind vielleicht 180 Frauen. Und doch sprechen auch die Grünen, die mehr gefordert hatten, von einem "Durchbruch" und loben Schwesigs "konstante und beharrliche Arbeit".

Die Männer mussten sich in der Debatte einiges anhören. Marcus Weinberg (CDU), als siebter Redner an diesem Morgen der erste Mann, forderte von den Frauen deshalb "auch Dank an die Männer, die dafür gekämpft haben". In der Union ist das Grummeln über Schwesig und die Quote unüberhörbar. Dem Koalitionspartner sind Energie und Ehrgeiz der Ministerin aus Schwerin ohnehin nicht ganz geheuer. Weinberg sieht seine Fraktion in der Familienpolitik ausdrücklich in einer "Wächterrolle". Mit anderen Worten: aufpassen, was die Schwesig noch so vorhat. Das hatten auch früher schon Einlassungen etwa von Fraktionschef Volker Kauder deutlich gemacht. Gestern stimmten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kauder demonstrativ für die Quote.