Plenarrede zum Allparteienantrag „Jungen fit für die Zukunft machen“

Anrede

die allermeisten Debatten, die wir in diesem hohen Haus führen, verlaufen kontrovers.
Der Allparteienantrag „Jungen fit für die Zukunft machen“ bildet hier die berühmte Ausnahme von der Regel.
Konkret geht es um den Boys Day, das männliche Pendant zum Girls Day, der einen wichtigen Beitrag zur geschlechtersensiblen Berufswahl und Lebensplanung darstellt.

Der Antrag beschreibt sehr gut die Ausganglage, und begründet die Wichtigkeit, einer politischen Initiative für den Boys Day.
Ich kann mich daher kurz fassen.

Folgendes jedoch möchte ich besonders heraus stellen:

Jungen gehören überdurchschnittlich zu den sogenannten Bildungsverlieren.
Das können und dürfen wir uns schon alleine im Interesse der Jungen nicht leisten, von den beschäftigungspolitischen und wirtschaftlichen Gründen mal abgesehen.
Das müssen wir durchbrechen. Hier ist der Aktionstag Boys Day eine gute Möglichkeit, eine vielfältige Berufswelt darzustellen, mit dem Schwerpunkt auf den sozialen, erzieherischen und pflegerischen Berufen.

Boys Day wie Girls Day bieten aber auch die Möglichkeit Stereotypien bei er der Berufswahl zu durchbrechen.

Beide Tage sind nicht isoliert zu betrachten, sondern ein Baustein in den Konzepten der Berufs –und Studienorientierung an Schulen, und die Neugestaltung des Übergangssystems Schule/Beruf Kein Abschluss ohne Anschluss, also ein ganzheitlicher Ansatz.
Natürlich ist bei der Berufswahl mitentscheidend die Neigungen, Fähigkeiten, Talente und Interessen der Jungen heraus zu finden und zu fördern.
Sie sollen sich ausprobieren dürfen, und dazu bietet der Boys Day einen prima Ansatz, eben in sozialen, erzieherischen und pflegerischen Berufen einen Einblick zu bekommen.
Beim Blick auf die Homepage des Boys Day sind sehr ausführlich und genaue Infos zum Zukunftsberuf Erzieher bzw. Pfleger zu finden.

Eine nachhaltige erfolgreiche Berufsfindung stärkt die persönliche Entwicklung junger Menschen, in diesem Fall die der Jungen bzw. der jungen Männer. Sie wirkt dem Fachkräftemangel entgegen, und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.

Deshalb stellen wir mit diesem Antrag folgende Forderungen an die Landesregierung:

-Praxisphasen (Berufsfelderkundungen, Betriebspraktika in der Sekundarstufe I und II, Praxiskurse) in erzieherischen pflegerischen und sozialen Berufen vermehrt du gegenüber Jungen und jungen Männern zu bewerben
-Den Aktionstag Boys Day Jungen Zukunftstag zu einem Wettbewerb um beste Konzepte analog des Girls Day weiterzuentwickeln
-Geschlechterstereotypisches Berufswahlverhalten in Unterricht und Berufsberatung zu thematisieren und die hierfür erforderlichen Kenntnisse insbesondere an den Schulen für Studien – und Berufswahl verantwortlichen Lehrkräften sicher zu stellen
-Sich generell dafür einzusetzen, das soziale, erzieherische und pflegerische Berufe eine höhere Anerkennung erfahren und aufgewertet werden.

In diesem Sinne freut es mich sehr, dass wir wenige Tage vor Weihnachten mit diesem wichtigen Antrag eine Art vorweihnachtlicher Harmonie ins Plenum bringen.
Bevor ich vor lauter Freude anfange jahreszeittypische Lieder zu singen, wünsche ich Ihnen Frohe Weihnachten und ein glückliches 2015.
Vielen Dank

Hier gehts zum Wortlaut des Antrags.