Regina Kopp-Herr liest in der Stadtteilbibliothek Baumheide

Vor aufmerksamen Publikum: Regina Kopp-Herr

Mutter Courage des Ostens, Heilige Johanna der deutschen Einheit, Regine Jammerbrandt und Regine Klagemauer – die Spitznamen mit denen Regine Hildebrandt im Laufe ihres bewegten Lebens bedacht, ja ausgezeichnet wurde, spiegeln eine Persönlichkeit wieder, die es in der politischen Landschaft kein zweites Mal gibt: Sie war leidenschaftlich, unnachgiebig, ungemütlich.

Ihren Tatendrang entfaltete sie mit einem ausgesprochenen Ehrgeiz, stets mit dem Ziel den Menschen die es am nötigsten haben eine Hilfe zu sein. Mit unerbittlichem Pragmatismus verfolgte Sie ihre Überzeugungen als Politikerin und Naturwissenschaftlerin: „Sag mir nicht warum es nicht geht, sondern stattdessen wie es geht.“

Jahrgang 1941 in Berlin-Mitte geboren, wurde sie stark von der Nachkriegszeit im Osten der geteilten Republik geprägt. Ihrem Streben nach Demokratie wurde mit der Wende schlagartig Raum gegeben, den sie mit gewohntem Enthusiasmus zu füllen begann. 1989 startete ihre politische Laufbahn in der Sozialdemokratischen Partei der DDR, 1990 war sie bereits Ministerin für Arbeit und Soziales im Kabinett von Lothar de Maizière.

Mit ihren zahlreichen Verdiensten für die Sozialdemokratie, ganz besonders aber für die Menschen im Osten der Republik hat sie sich einen Platz in der Geschichte erobert, als Architektin der Wende und Kämpferin für die Chancengleichheit von Frauen.

Welche Persönlichkeit könnte geeigneter sein, in einem Rückblick gewürdigt zu werden, da sich der Mauerfall zum 25. Mal jährt? In der frisch renovierten Stadteilbibliothek Baumheide bot sich am diesjährigen, bundesweiten Vorlesetag die optimale Gelegenheit.

„Seit meinem Amtsantritt 2010 habe ich keinen Vorlesetag ausfallen lassen“, so Kopp-Herr. „Dabei war es mir wichtig, jeden meiner Stadtbezirke zu berücksichtigen.“ Dieses Jahr wurde dieses Ziel erreicht: In dem schönen Ambiente am Rabenhof 76 herrschte die richtige Atmosphäre, zum Vorlesen und zum Austausch von Gedanken – bei Frankfurter Kranz nach Originalrezept von Regina Hildebrandt und gebacken von der Landtagsabgeordneten persönlich.

Literatur:

Regine Hildebrandt
Herz mit Schnauze: Sprüche und Einsprüche
Herausgegeben von Frauke und Elske Hildebrandt
Econ Taschenbuch ISBN 3-548-75092-3

Hans-Dieter Schütt
Ich seh doch, was hier los ist. Regine Hildebrandt
Biographie, Aufbau Taschenbuch
Aufbau Verlag ISBN 978-3-7466-2341-2

Regine Hildebrandt
– Erinnern tut gut – Ein Familienalbum
Herausgegeben von Jörg Hildebrandt
Aufbau Verlag ISBN 978-3-351-02666-0

Annette Hildebrandt
Liebe Regine…: Erinnerungen zum weiterleben
Evangelische Verlagsanstalt Leipzig ISBN 3-374-02206-5

Kathrin Finke | Rainer Karchniwy
Erzähl mir doch nicht, dasset nich jeht!
Erinnerungen an Regine Hildebrandt
Mitteldeutscher Verlag ISBN 3-89812-155-0

Rezept Frankfurter Kranz:
„Traditioneller Geburtstagskuchen im Hause Hildebrandt, wie er seit den 50er Jahren gebacken wird: Mit Margarine- statt Buttercreme und gerösteten Haferflocken statt Mandeln. Am besten schmeckt er, wenn er einen Tag im Kühlschrank gestanden hat. Wenn’s schnell gehen muss: den Kuchen für 10 Minuten in den Tiefkühler stellen.

4 Eier
250 g Zucker
½ Tütchen Backpulver
200 g Speisestärke (Weizenstärke)
50 g Maisstärke
Margarine für die Form und den Krokant
½ l Milch
3 Tütchen Vanillesaucenpulver (zum Kochen!)
Zucker
250 g Margarine (zimmerwarm)
½ Paket grobe Haferflocken

Für den Teig den Backofen auf 220 °C vorheizen. In einer Schüssel die 4 Eier verrühren, 250 g Zucker zugeben und mit einem Handrührgerät schaumig quirlen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Dann Backpulver, Weizen- und Maisstärke untermischen, eventuell 2-3 Esslöffel Wasser zugeben, wenn der Teig nicht weich genug ist. Eine Frankfurter-Kranz-Form (runde Form mit Loch in der Mitte) ausfetten, Teig einfüllen und im Ofen etwa 20 Minuten backen (währenddessen nicht die Ofentür öffnen). Dann aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen.

Für die Creme die Milch erhitzen, das Vanillesaucenpulver anrühren und in die kochende Milch rühren, mit Zucker süßen. Zu einer dicken Sauce kochen, abkühlen lassen (öfter rühren, damit es keine Haut gibt). 250 g weiche Margarine in einer Schüssel schaumig rühren (wieder mit dem Handrührer) und die Puddingsauce unterziehen.
Für den Krokant in einer Pfanne etwas Margarine erhitzen, die Haferflocken anrösten, bis sie leicht gebräunt sind. Dann einen Löffel Zucker darüberstreuen – fest mit einer Gabel rühren, er wird sofort braun. Kräftig rühren, bis die Haferflocken vom Karamel überzogen sind, sofort die Pfanne vom Herd nehmen und den Inhalt auf einen kalten Porzellanteller kippen.

Für die Torte den erkalteten Kuchen stürzen (er muss richtig kalt sein, sonst bröselt er), mit einem großen Messer oder einer Palette waagerecht in mindestens 5 Scheiben teilen – je mehr desto besser. Jede Scheibe mit der Puddingcreme bestreichen, dann die nächste Scheibe passend auflegen, Creme darauf und so weiter, bis man oben ist. Zum Schluss die Torte von außen mit dem zerbröselten Haferflocken-Krokant garnieren. Möglichst noch einige Zeit in den Kühlschrank stellen, damit er schnittfest wird.“
(Quelle: http://www.regine-hildebrandt.de)