Lehrstunden für Nachwuchspolitiker

Die Landtagsabgeordneten Regina Kopp-Herr und Matthi Bolte (2.v.l.) zusammen mit Tobias Werner, Dominik Schnell und Melchior Fluhme (v.l.))
Die Landtagsabgeordneten Regina Kopp-Herr und Matthi Bolte (2.v.l.) hatten (v.l.) Tobias Werner, Dominik Schnell und Melchior Fluhme nach Düsseldorf geschickt. FOTO: O. KRATO

Wie Politik gemacht wird, haben im Sommer 232 Jugendliche aus NRW in Düsseldorf erfahren. Während der Aktion "Jugendlandtag" nahmen sie drei Tage lang die Plätze von Abgeordneten ein. Mit dabei waren auch junge Leute aus Bielefeld.

In Fraktionssitzungen, Ausschüssen, Arbeitsgruppen und am Ende im Parlament befassten sie sich mit den Thema "Kennzeichnungspflicht für Polizisten" und mit einem verpflichtenden letzten Kindergartenjahr. Jeder Abgeordnete konnte einen Jugendlichen aus seinem Wahlkreis benennen. Dadurch blieb das gewohnte Kräfteverhältnis der Parteien im Landtag bestehen. "Die Positionen und Abstimmungsergebnisse der jungen Leute werden nun beispielsweise im Innenausschuss in die Beratungen einfließen", sagt der Abgeordnete Matthi Bolte von den Grünen. "Wir wollen nicht nur junge Menschen für ein politische Engagement gewinnen, uns interessiert auch ihre Meinung", betont Regina Kopp-Herr von der SPD.

Auf Kopp-Herrs Stuhl hatte Tobias Werner Platz genommen. "Ich habe viele Einblicke gewonnen. Selbst mitzumachen bringt mehr, als sich nur zu informieren", sagt er. Günter Garbrecht (SPD) ließ sich von Melchior Fluhme im Jugendlandtag vertreten. "Es war erstaunlich, wie schnell Versuche, mit anderen Parteien zu einem Konsens zu kommen, gescheitert sind", hat er erfahren.

Matthi Bolte hatte Dominik Schnell nach Düsseldorf geschickt. Er sagt: "Es war zwar nur eine Art Planspiel, doch daraus ist rasch Ernst geworden. Den Druck der Fraktion hat man gespürt. Schon nach zwei Tagen habe ich mich wie ein Abgeordneter gefühlt."