Vorbildliches Bielefeld

Vamos im Rücken: MoBiel-Geschäftsführer Wolfgang Brinkmann, Regina Kopp-Herr, Michael Groschek und Georg Fortmeier (v. l.) in der Wartungshalle des Verkehrsbetriebs. FOTO: SANDRA SANCHEZ

NRW-Verkehrsminister Michael Groschek lobt Konzept MoBiel 2030

Das Straßenbahnnetz der Stadt überzeugt Michael Groschek. „Es gibt nicht viele Verkehrsbetriebe im Land, die eine derartige Erfolgsgeschichte vorzuweisen haben“, sagt der NRW-Verkehrsminister anlässlich seines Besuchs bei MoBiel, im Beisein der SPD-Landtagsabgeordneten Georg Fortmeier und Regina Kopp-Herr.

Wer sich für einen bürgerfreundlichen und modernen öffentlichen Personennahverkehr einsetzt, kommt laut Groschek an der Stadtbahn nicht vorbei. Dieses Verkehrsmittel in Kombination etwa mit Bussen und Sammeltaxen seien der Schlüssel zu einem zukunftsfähigen Verkehr. Diese Tendenz sei in der Universitätsstadt Bielefeld mit dem hohen Studentenanteil absehbar. „Junge Leute ticken heute anders. Statt, wie ich früher in diesem Alter, neue Autos zu bewundern, drückt die Jugend sich die Nase an den Scheiben von Applestores platt.“

Das Auto verliere in Deutschland an Bedeutung. Die individuelle Mobilität werde zunehmend kritisch gesehen. Als Zündschlüssel der Zukunft bezeichnete der Minister das Smartphone. Die Miete des E-Bikes werde, wie die Fahrt mit der Stadtbahn, über eine App abgerechnet.

Groschek begrüßte es, dass der geplante Ausbau der Stadtbahn-Strecke in Bielefeld 30.000 Bürgern mehr Mobilität ermöglicht. Der Plan: Gut 145 Millionen Euro sollen in die Strecken nach Heepen und Sennestadt fließen. Aus einem anderen Topf könnte Geld für die Verlängerung der Linie 3 nach Hillegossen kommen. Die Rede ist von insgesamt 21 Kilometern. Geplant sind auch die Verlängerung der Linie 2 bis Milse-Ost und der Linie 4 zum Hochschulcampus Lange Lage. Laut Georg Fortmeier sind die genannten 145 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Am Zuge sei jetzt der Rat der Stadt.

7,5 Milliarden Euro beträgt laut Groschek der Investitionsstau zur Sanierung der Bundesstraßen, Autobahnen und Brücken. Dieser Betrag sei über Steuereinnahmen allein nicht hereinzubekommen. Eine Verbreiterung der Lkw-Maut kann seiner Einschätzung nach eine Lösung sein. Die Verursacher, etwa Paketdienste, mit einer Abgabe zu belasten, sei „nur recht und billig“. Hilfreich könnte auch eine neue Initiative sein, die sich zusammenschließt, getreu dem Motto „Wir reparieren Deutschland“.