Meinungsforscher liegen daneben

Sie sagten für die Wahl in Nordrhein-Westfalen ein deutlich knapperes Rennen zwischen CDU und SPD voraus und prognostizierten den Liberalen weitaus schlechtere Werte: Die Meinungsforscher lagen mit ihren Prognosen Sonntagabend teilweise klar daneben.

„Solche Fehleinschätzungen von Demoskopen machen auch deutlich, wie wichtig letztlich doch immer faktische Wahlen sind“, so der Politikwissenschaftler Klaus Schubert von der Uni Münster. „Alles, was wir über die Demoskopen und die Wahlforscher hören, sind Tendenzen und Stimmungen. Den Wahlakt machen sie nicht überflüssig.“

Die Einschätzungen zur NRW-Wahl seien vergleichbar mit denen in Schleswig-Holstein. „Da ist die SPD auch falsch eingeschätzt worden“, so Schubert. Vor der Wahl im Norden hätten Demoskopen einen Sieg der SPD vorhergesagt, letztlich sei es aber auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hinausgelaufen. Der Politikwissenschaftler Ulrich von Alemann von der Universität Düsseldorf erklärt die falschen Prognosen für NRW auch damit, dass sich viele Wähler erst spät entschieden hätten.