Die Vielfalt als Chance begreifen

Gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern in der Grundschule gibt es seit 25 Jahren. Vier Jahre später begann der gemeinsame Unterricht in der Martin-Niemöller-Gesamtschule in Schildesche in der Sekundarstufe I. Jetzt hat der Unterricht einen anderen Namen: „Inklusion“ und wird von der Stadt Bielefeld und dem Land NRW vorangebracht.

„Wir müssen die Vielfalt der Kinder als Chance begreifen“, sagt Schulamtsdirektorin Jutta Schattmann, die für das Thema Inklusion an Bielefelder Grundschulen verantwortlich ist: „Die Bielefelder Kinder lernen gemeinsam und leben gemeinsam in Bielefeld.“

Hintergrund: Die nordrhein-westfälische Landesregierung beabsichtigt, das gemeinsame Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung auszubauen. Der Unterricht in Förderschulen soll auf Wunsch der Eltern aber weiterhin möglich bleiben.

„Der Aufbau eines solchen inklusiven Schulsystems steht im Einklang mit dem Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte der Menschen mit Behinderungen“, betont Schulamtsdirektorin Karin Tscherniak von der Schulaufsicht Förderschule.

Jetzt arbeiten Manfred Palm von der Albatros-Förderschule in Senne und Bettina Streese von der Comenius-Förderschule in Sennestadt in dem Koordinationsteam der Stadt mit.

Schon länger in dem Team sind als Moderatoren Andrea Nutt-Cyrkel von der Eichendorffschule und Alfred Nell von der Vogelruthschule.

Der Gemeinsame Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern wird mit zwei Fachkräften besetzt. Eine aus der Grund- und eine aus der Förderschule. Derzeit wird der Unterricht an elf Grundschulen in 36 Klassen erteilt. Im nächsten Schuljahr sollen noch die beiden Grundschulen Dreekerheide in Jöllenbeck und Brock in Quelle dazukommen.

In der Sekundarstufe I sind es derzeit drei Schulen. Die Bosse-, die Labor- und die Bodelschwingh Realschule werden dazu kommen. Alle meinen, man sei auf einem guten Weg. Aber es fehlten Fachkräfte in der Förderpädagogik. Auch der Numerus clausus liege für viele Studenten viel zu hoch. Moderatorin Andrea Nutt-Cyrkel: „Erst die Zukunft wird zeigen, ob das System die Probleme wirklich meistern kann.“