Kabel und Kupferring in der Hand

(v.l.) Dr. Günter Maier, Landtagsabgeordnete Regina Kopp-Herr, Karin Ressel vom Projekt, Dr. Joachim Waßmuth, Imke Rademacher von „OWL Maschinenbau“

„TeSten in OWL“ – so heißt das Uni-Projekt, das die Talente für Maschinenbau bei Schülern offen legen soll

Daumendicke Kabel liegen bereit, weitere dünnere ebenso, dazu Schellen und eine Metallschiene. Die Aufgabe ist: Kabel, Schellen und Schiene zusammenzubauen wie die Vorlage. An dieser Station testen Schüler Motorik, Erfassungsgabe, Geschick und Gewissenhaftigkeit. Sie gehört zum Uni-Projekt „TeSten in OWL“, das gestern in der Fachhochschule Bielefeld eröffnet wurde. Ziel: Nachwuchs für den Maschinenbau finden.

„TeSten in OWL“ steht für Talente entdecken – Stellen schaffen in Ostwestfalen-Lippe. Bielefeld und Umgebung sind stark im Maschinenbau. Deswegen wird hier stets nach qualifiziertem Personal gesucht. Schüler hingegen haben oft keine Vorstellung davon, was sie drauf haben sollten, um in dieser Branche arbeiten zu können – und ob sie überhaupt Lust dazu haben.

„Wer weiß schon, was ein Zerspanungsmechaniker macht? Oder ein Werkzeugmechaniker?“, fragt Charlotte Malycha, Projektmitarbeiterin von „TeSten in OWL“. Die Diplom-Psychologin gehört zur Abteilung Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Bielefeld.

Zwei Jahre lang haben die Wissenschaftler das Projekt vorbereitet, in Kooperation mit heimischen Unternehmen und der Fachhochschule. Die Unternehmen sind es auch, die von den Ergebnissen des Test-Parcours profitieren werden – und natürlich die Schüler selbst, die Hochschulen und allgemein der Wirtschaftsstandort. Mit „TeSten“ soll zum einen herausgefunden werden, wer sich für die Berufe Werkzeugmacher, Fachinformatiler, Mechatroniker, Technischer Produktionsdesigner oder andere Zweige der Branche eignen; und was die Unternehmen eigentlich genau suchen.

Die Übungsstationen jedoch wenden sich konkret an Schüler, „die klassenweise kommen können“, sagt Charlotte Malycha. Möglich sei es auch, das „TeSten“ in die Schulen kommt.

An den Stationen wird das Berufsbild erlebbar. Zum Beispiel am Drahttest. Dabei geht es darum, einen Draht möglichst exakt so zu biegen wie das Musterstück – was enorme Geduld und Genauigkeit erfordert. Sehr gut angekommen“ ist laut Malycha bisher auch die Station, an der ein Kupferrohr zu (Finger-)Ringen geschnitten werden soll. „Das ist für Jungs und Mädchen interessant“, sagt Malycha.

Für die Unternehmen bietet das Projekt Beratungen an bei der Auswahl der Auszubildenden, bei der Bedarfsanalyse, bei der Entwicklung neuer Verfahren oder der Überarbeitung bestehender sowie bei der Schulung von Mitarbeitern.

Zur Eröffnung gestern in der Fachhochschule am Stadtholz erörterten unter anderem Elmar Barella von der Handwerkskammer, Swen Binner von der IHK, Thomas Richter von der Arbeitsagentur, Imke Rademacher vom Verein „OWL Maschinenbau“sowie Vertreter von Unternehmen den Nutzen von „TeSten“ für alle Beteiligten.

Mehr Informationen für die Unternehmen gibt es unter Tel. 106 45 32 oder allgemein unter: www.uni-bielefeld.de/testen