SchülerInnen übergeben „Rote Hände“ an Regina Kopp-Herr

Rote Hände: Katharina Wilmes, Peter Bülter, Regina Kopp-Herr, Fritz Behrens, die Klasse 6b und LehrerInnen der Gesamtschule Rosenhöhe (v.l.) bei der Übergabe der „Roten Hände“.
Katharina Wilmes, Peter Bülter, Regina Kopp-Herr, Fritz Behrens, die Klasse 6b und LehrerInnen der Gesamtschule Rosenhöhe (v.l.) bei der Übergabe der „Roten Hände“.

Am 13. April 2011 machten sich Schülerinnen und Schüler der Klasse 6b der Gesamtschule Rosenhöhe aus Bielefeld auf den langen Weg in den Düsseldorfer Landtag, um die von Ihnen gesammelten Handabdrücke und ihre damit einhergehenden Forderungen an die Landtagsabgeordnete Regina Kopp-Herr zu überreichen.

Sie hatten sich im Zuge des internationalen „Red Hand Day“ am 12. Februar 2011 im Gesellschaftskunde Unterricht mit dem Schicksal von Kindersoldaten auseinander gesetzt. Um ihren Protest gegen den Einsatz von Kindersoldaten auszudrücken, beteiligten sich die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung ihrer Lehrer an der Aktion Rote Hand. Sie sammelten rote Handabdrücke, welche zusätzlich mit eigenen ganz persönlichen Botschaften an die Politik versehen wurden.

Regina Kopp-Herr, die im Februar bereits selber an der Aktion Rote Hand teilgenommen hatte, freute sich, die jungen Leute im Landtag begrüßen zu können. Regina Kopp-Herr dazu: „Ich finde es toll zu sehen, dass die Kinder sich umfassend mit der Thematik befasst haben und wie intensiv sie sich auch persönliche Gedanken gemacht haben – um sich nun mit großem Engagement für Ihre gewonnene Überzeugung einzusetzen. Eine absolut unterstützungswürdige Aktion!“ Die Landtagsabgeordnete hatte zu der Übergabe Fritz Behrens, Mitglied des Landtags und Landesvorsitzender des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. NRW, eingeladen. Dieser brachte aus der Geschäftsstelle des Landesverbandes in Essen Peter Bülter, Landesgeschäftsführer, und Katharina Wilmes, Jugendreferentin, mit.

Mit der Aktion Rote Hand, der zentralen Aktion des Deutschen Bündnis Kindersoldaten, richten die Jugendlichen folgende Forderungen an die deutsche, europäische und internationale Politik:

Mindestalter 18
Weltweit fordern alle Organisationen, dass das Mindestalter von Soldaten 18 Jahre sein muss. Diese Forderung betrifft auch Deutschland, wo sich Jugendliche bereits mit 17 Jahren freiwillig zur Bundeswehr melden können.

Festnehmen, anklagen und Geld abnehmen!
Die deutschen und europäischen Parlamentarier sollen dafür sorgen, dass festgenommen und angeklagt wird, wer Kinder zu Soldaten macht. Ein Einreiseverbot soll ihnen die Möglichkeit nehmen, nach Deutschland oder Europa zu kommen, um Waffen zu kaufen. Ihre Konten sollen beschlagnahmt werden, damit sie die finanzielle Basis verlieren.

Staaten dürfen Kinder nicht zu Soldaten machen!
Es gibt Staaten wie Myanmar (Burma), die viele tausend Kindersoldaten in ihrer regulären Armee haben. Alle politischen und wirtschaftlichen Mittel müssen genutzt werden, um dies zu verhindern.

Verbot von Kleinwaffen!
Auch in Deutschland und in anderen europäischen Staaten werden Kleinwaffen hergestellt, die es den Armeen und bewaffneten Gruppen ermöglichen, Kinder zu Soldaten zu machen. Die Waffenindustrie arbeitet ständig daran, leichtere und rückstoßärmere Waffen herzustellen. Intensive Kontrollen des Waffenhandels müssen verhindern, dass diese Waffen in Kinderhände kommen.

Resozialisierung von ehemaligen Kindersoldaten
Kinder und Jugendliche, die den Grauen des Krieges entkommen sind, brauchen Unterstützung, die traumatischen Erfahrungen zu bearbeiten und ein neues Leben beginnen zu können. Den Hilfsorganisationen müssen international Gelder dafür zur Verfügung gestellt werden. Dies gilt auch für vorbeugende Maßnahmen, zum Beispiel für die Bekämpfung von Armut.

Unterstützung von Kindersoldaten in Deutschland!
Ehemalige Kindersoldaten, die nach Deutschland fliehen konnten, brauchen psychosoziale Unterstützung und eine sichere Lebensperspektive. Sie müssen vor der Abschiebung geschützt werden und Asyl bekommen.