»Die Ampel ist kein erotisches Strohfeuer«

Westfalen-Blatt, Mittwoch, 12.01.2010

Bielefeld (bp). Zwei Ex-Oberbürgermeister und ein amtierender OB gehörten zu den 350 Gästen des SPD-Neujahrsempfangs in der Ravensberger Spinnerei. Die Ehemaligen sind Klaus Schwickert, der seine Frau Vera mitbrachte, und Angelika Dopheide, der aktuelle Pit Clausen, der in seiner Rede die »Ampel« aus SPD, Grünen und FDP lobte: »Sie hat ihr Gesellenstück mit der Aufstellung des Doppelhaushaltes und dem Haushaltssicherungskonzept gemacht.« Er räumte ein, derartige Maßnahmen seien weder »populär noch vergnügungssteuerpflichtig«, aber deshalb »nicht weniger richtig«. Gleichzeitig meinte er aber auch, politische Bündnisse seien keine »Liebesverhältnisse«, versicherte aber: »Die ‚Ampel‘ ist nicht nur ein kurzes, erotisches Strohfeuer, sondern auf Langlebigkeit ausgelegt.« SPD, Grüne und FDP würden »auf Augenhöhe« miteinander umgehen.

Den drei SPD-Landtagsabgeordneten Regina Kopp-Herr, Georg Fortmeier und Günter Garbrecht prägte er erneut ein: »Wir wollen eine medizinische Fakultät in Bielefeld, keine 08/15-Fakultät, sondern eine mit dem Sonderschwerpunkt Behindertenmedizin.« Garbrecht dankte er noch einmal für dessen langjährige Ratsarbeit. Der Politiker hatte sich im Dezember aus dem Rat zu Gunsten seiner Arbeit in Düsseldorf verabschiedet. Clausen: »Mit Garbrecht geht im Rat eine Ära zu Ende.«

Zuvor hatte Unterbezirksvorsitzende Helga Gießelmann die Gäste begrüßt und dabei so viele namentlich erwähnt, dass Clausen schmunzelte: »Das war ja eine wahre Begrüßungsorgie.«
Allgemein waren die SPD-Mitglieder froh, dass nicht erneut ein Wahljahr ansteht. Gießelmann: »Wir wollen die Zeit nutzen, die Partei nach innen und außen zu öffnen.«

Gekommen waren unter anderem der ehemalige Oberstadtdirektor Volker Hausmann, der frühere Theater-Intendant Heiner Bruns und der ehemalige Chefdramaturg Alexander Gruber, Marianne Weiß und Bernd Ackehurst von den Grüne, FDP-Kreisvorsitzender Thomas Seidenberg, dazu zahlreiche Rats- und Bezirkspolitiker. SPD-Geschäftsführer Wolfgang Bölling: »Das Wichtigste heute ist der Austausch untereinander.«