„KiBiz“ bei Erziehern unbeliebt

VON HENDRIK STEFFENS

Bünde. Bei der erziehenden Zunft stößt das im August 2008 eingeführte Kinderbildungsgesetz „KiBiz“ verstärkt auf Ablehnung. SPD-Landtagsabgeordnete Angela Lück und Regina Kopp-Herr, Mitglied des Düsseldorfer Ausschusses für Kinder, Familien und Jugend, haben jetzt Angestellte von Bünder Tageseinrichtungen in den Stadtgarten eingeladen, um Schwächen des neuen Gesetzes zu erfassen und nach Lösungen zu suchen.

Diese sollen demnächst im Landtag vorgestellt werden. „KiBiz“ müsse generalüberholt werden. Und die impulsgebende Richtung dürfe nicht von Politikern abseits des Faches bestimmt werden, sondern man müsse Eltern und Erzieher ins Boot holen, erklärte Angela Lück den Grund ihres Besuches in der Elsestadt.

Regina Kopp-Herr, SPD-Landtagsabgeordnete aus Bielefeld und selbst lange im pädagogischen Kontext tätig gewesen, wies auf stetig neue Herausforderungen für Erzieher hin. Die sollten für Letztere möglichst leicht zu bewältigen sein. Ziel der Optimierung des „KiBiz“ müsse deshalb sein, „dass die Anregungen von Bürgern in den betreffenden Berufen aufgenommen werden, so dass diese von zukünftigen Änderungen profitieren“.

Die Liste der Kritikpunkte, die rund 20 Gäste aus den vom „KiBiz“ betroffenen Berufsgruppen vorzutragen hatten, war lang: Von unzureichender personeller Besetzung und fehlenden Zukunftsperspektiven wegen befristeter Arbeitsverträge wusste mancher zu berichten. Außerdem wurden der zu hohe Verwaltungsaufwand sowie die Stagnation des U-3-Ausbaus aufgezeigt. Auf Lücks Frage, wie das „KiBiz“ optimiert werden solle, antwortete eine Teilnehmerin: „Am Besten direkt abschaffen“.

Lück zeigte Verständnis, wollte jedoch lieber „Gutes erhalten und Schlechtes ausbessern“, weshalb anschließend nach Lösungsvorschlägen gesucht wurde. Klare Vorgaben für den Einsatz erzieherischen Personals, und eine höher bemessene Vorbereitungszeit wünschte man sich. Ebenso wurde die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Bildungsvermittlung gefordert sowie einheitliche Vorgaben für die Qualifikation der Kinderpfleger und landesweit gleiche Elternbeiträge. Der Weg zum reibungslos funktionierenden Kinderbildungsgesetz ist noch ein weiter, doch der Tenor war klar: „Den bürokratischen Aufwand reduzieren, dafür die Perspektiven, die Bedingungen und somit die Qualität der Arbeit als Erzieher verbessern.“