Sieger und Enttäuschte

Westfalen-Blatt, 10.05.2010

Bielefeld (WB) Freude und Jubel auf der einen, Trauer und Bestürzung auf der anderen Seite. Das sagen die Bielefelder Kandidaten zu Wahlausgang und dem persönlichen Abschneiden.
Die Erfolgreichen:
Matthi Bolte spricht vom »besten Ergebnis aller Zeiten«: »Wir Grüne habe keine Maximalforderungen gestellt, sind nicht herum geeiert – das ist unser Erfolgsgeheimnis.« Regina Kopp-Herr (SPD) sieht im Wahlergebnis eine Bestätigung der eigenen Arbeit und auch eine »kleine persönliche Genugtuung«: »Das haben wir alle in der Partei gemeinsam geschafft.« Günter Garbrecht (SPD) ist überzeugt, dass die Wähler auch seine Arbeit honoriert haben, sagt aber auch: »Jetzt geht es in die Vollen, uns steht eine schwierige Wahlperiode bevor.« Georg Fortmeier (SPD) glaubt, dass er die Wähler vor allem mit dem Argument überzeugt habe, sich mehr für die Belange der Kommunen im Landtag einsetzen zu wollen: »Ich hatte gerade in den letzten Tagen viel Zuspruch.« Als Siegerin sieht sich auch Brigitte Stelze von den Linken: »7,6 Prozent Zweitstimmen sind ein tolles Ergebnis. Wir sind bereit für einen Politikwechsel.«
Die Enttäuschten:
Barbara Sommer (CDU) glaubt, dass ein »ganzes Ursachenbündel« das Ergebnis verschuldet habe: »Das muss man jetzt genau analysieren und da muss man bei sich selbst anfangen.« Sie kralle sich nicht an ein Amt: »Als Demokratin beuge ich mich dem Wählerwillen. Es ist wie es ist.« Die CDU dürfe jetzt nicht resignieren, sondern müsse zusammenstehen. Rainer Lux (CDU) spricht von einem »außerordentlich enttäuschenden« Abschneiden: »Es ist eine Niederlage, da gibt es nichts zu deuteln.« Seine Erwartungen seien anders gewesen. Günter Kozlowski (CDU) sagt: »Ich bin Kartenspieler, wenn die Karten nicht laufen, kannst du aus einem schlechten Blatt nichts machen.« Thomas Seidenberg (FDP): »Ich hatte mit einer 7 vor dem Komma gerechnet, aber es haben im Wahlkampf bundespolitische Aspekte überwogen. Im Endspurt war die Stimmung negativ. Aber ich bin seit 30 Jahren in der FDP, da habe ich ganz andere Niederlagen erlebt.«