Mit Schoko-Herzen und Rosen im Endspurt

Die Stimmung ist blendend. Darin sind sich die drei Bielefelder SPD-Landtagskandidaten Regina Kopp-Herr, Günter Garbrecht und Georg Fortmeier wenige Stunden vor Öffnung der Wahllokale einig.

Bis dahin wollen sie noch einmal alles geben. Rote Muttertagsherzen werden verteilt, Gladiolen-Zwiebeln, Rosen und Äpfel (»Wenn Sie nicht in den sauren Apfel beißen wollen, wählen Sie Georg Fortmeier«). Aber auch mit guten Argumenten wollen die Kandidaten die Wähler überzeugen.
Und mit Transparenz. So hat Günter Garbrecht (Wahlkreis Mitte/Schildesche/Gadderbaum) pünktlich zum Wahltag seine jüngste Steuererklärung ins Internet gestellt (Einkünfte: 82 135 Euro). »Ich habe nichts zu verbergen«, sagt er und betont, dass diese Offenheit außer ihm nur 15 weitere Abgeordnete bundesweit zeigten. Offen wirbt er für die Erststimme, verweist auf eine Unterstützerliste, auf der sich auch eingefleischte Grüne wie Anke Schmidt (Kurz Um) und Auktionator Christian Presch fänden.
Wechselstimmung macht Georg Fortmeier (Wahlkreis Jöllenbeck/Dornberg/Altkreis Halle) aus. »Ich will dafür sorgen, dass dieser Wahlkreis tatsächlich durch einen Abgeordneten in Düsseldorf vertreten ist«, sagt er. Seine Kollegin Regina Kopp-Herr (Wahlkreis Brackwede/Senne/Sennestadt/Heepen/Stieghorst) hat viel Unzufriedenheit in der Schulpolitik ausgemacht: »Die Menschen wollen einen Neuanfang.« Kritik übt das sozialdemokratische Kandidaten-Trio an ihren Mitbewerbern von der CDU. Die seien Podiumsdiskussionen und direkten Begegnungen oft ausgewichen. Geht’s um Koalitionen, beschwören die SPD-Bewerber Rot-Grün, wohlwissend, dass der Wunschpartner auch mit der Union anbändelt.
Zuletzt habe auch die drohende Arminia-Pleite eine Rolle in den Gesprächen mit den Bürgern gespielt. »Die Entscheidung über eine städtische Hilfe an den Verein, die fällt nicht nur im Bielefelder Rat, sondern auch in Düsseldorf«, sagt Garbrecht. Über die Bezirksregierung und eine bestehende Landesbürgschaft sei auch das Land mit im Boot.