Bilder seines Lebens: Johannes Rau dienstlich und privat

Bielefeld (WB). Der Mensch Johannes Rau hatte viele Facetten. Davon erzählt eine Fotoausstellung, die unter dem Titel »Das Leben menschlicher machen« seit gestern in der Bielefelder Stadtbibliothek am Jahnplatz zu sehen ist.

Die Ausstellung, zusammengestellt und organisiert vom Freundeskreis Willy-Brandt-Haus und unterstützt vom Spiegel-Bildarchiv und der Friedrich-Ebert-Stiftung, entstand bereits im Jahr 2006 zum 75. Geburtstag des ehemaligen Bundespräsidenten. Seither tourt sie als Wanderausstellung durch die Republik. Dass sie nun auch in Bielefeld zu sehen ist, erfüllt Christina Rau, geb. Delius, die Witwe des am 27. Januar 2006 verstorbenen Politikers, mit Freude. »Es ist schön, dass es überall Menschen gibt, die bereit sind, die Bilder in ihren Städten zu zeigen«, sagte die gebürtige Bielefelderin, die gestern anlässlich der Ausstellungseröffnung ihrer Heimatstadt einen Besuch abstattete.

Die Idee, die Ausstellung nach Bielefeld zu holen, hatte der Landtags-abgeordnete Günter Gabrecht (SPD). »Johannes Rau und Bielefeld haben immer in einer besonderen Beziehung gestanden. Da war es geradezu ein Muss, die Ausstellung hier zu zeigen«, sagte Gabrecht. Die Fotografien – viele davon noch in Schwarz-Weiß – erzählen die Lebensgeschichte eines Mannes, der ein halbes Jahrhundert deutsche Politik mitgestaltet und auf besondere Weise geprägt hat. »Das Ideal meiner Politik ist es, das Leben der Menschen im Laufe der Jahre ein Stückchen menschlicher zu machen.« Dieser Satz, den Rau 1985 als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen formulierte, wurde zu seinem Wahlspruch und gab der Ausstellung ihr Motto.

Zu sehen sind Fotos aus der Kindheit und Jugend Johannes Raus sowie zahlreiche Bilder, die ihn entspannt im Kreise seiner Familie auf »seiner« Ferieninsel Spiekeroog zeigen.

Komplettiert wird die Ausstellung durch Aufnahmen, die den politischen Werdegang Raus vom Kommunal- über den Landes- bis zum Bundespolitiker nachzeichnen und ihn im Kreise gekrönter Häupter, Staatsmänner und Religionsführer zeigen. Geöffnet ist die Ausstellung in der Wilhelmstraße 3 noch bis zum 12. April, dienstags, mittwochs und freitags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags von 11 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr.