Für Medizin-Fakultät offensiv eintreten

Bielefeld (MiS). Wohl erst nach der Wahl im Mai wird der Landtag darüber entscheiden, ob Bielefelds Uni auch eine medizinische Fakultät bekommt. Mit einem »Begrüßungsbeschluss« soll Bielefeld aber schon einmal ordentlich Werbung für sich machen. Das meinen die Vertreter der Ampelmehrheit aus SPD, Grünen und FDP. Sie kündigen für die Ratssitzung am kommenden Donnerstag einen entsprechenden Antrag an.
»Wir dürfen uns diese Chance nicht entgehen lassen«, sagte gestern die grüne Ratsfraktionssprecherin Dr. Inge Schulze. Ihr SPD-Kollege Georg Fortmeier verwies darauf, dass sich Bielefeld bei der Standortentscheidung auch in einem Konkurrenzkampf mit dem Nachbarn Paderborn befinde: »Die dortige Hochschule hat ebenfalls Ambitionen.« Bielefeld böte aber die weitaus besseren Voraussetzungen, ist der Liberale Friedhelm Bolte überzeugt.
Angedacht ist, dass pro Semester 200 junge Leute in Bielefeld ihre Medizinstudium aufnehmen. Die hiesige Universität wäre neben den Hochschulen in Münster und Bochum der dritte Standort in Westfalen, an dem Ärzte ausgebildet würden. So könnte dem drohenden Mediziner-Mangel vorgebeugt werden. Gleichzeitig werden aber auch zusätzliche Studienplätze benötigt, wenn 2013 zwei Abiturjahrgänge in die Hochschulen drängen.
»Die medizinische Fakultät bringt Bielefeld enorme Standort-vorteile«, meinte Georg Fortmeier. Inge Schulze verwies darauf, dass mit dem Hochschulcampus Lange Lage ausreichend Flächen zur Verfügung stünden, auf denen schnell Planungsrecht für entsprechende Fakultätsbauten geschaffen werden könnten.
Die Uni biete mit ihrem gesundheitswissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Schwerpunkten schon jetzt beste Voraussetzungen für die vorklinische Ausbildung. Für die Praxis stünden mit dem Klinikum, dem Evangelischen Krankenhaus und dem Franziskus Hospital Häuser zur Verfügung, die Erfahrungen als Lehrkrankenhäuser einbrächten. Fortmeier: »Mit ostwestfälischer Zurückhaltung kommen wir in dieser Angelegenheit nicht weiter. Wenn wir die Fakultät haben wollen, müssen wir jetzt ein klares Signal senden.«