Brackwede hat erstmals eine Vorsteherin

Mit der SPD-Landtagskandidatin Regina Kopp-Herr übernimmt in Brackwede erstmals eine Frau das Amt des Bezirksvorstehers. Bei der geheimen Wahl entfielen 9 der 17 Stimmen auf die 52-jährige Ummelnerin. Die restlichen Stimmen erhielt Peter Diekmann (CDU), der nun stellvertretender Vorsteher ist.
Die Grünen und die Linkspartei hatten Regina Kopp-Herr bereits vor der Wahl ihre Unterstützung zugesagt. »Ich möchte gerne mit Ihnen die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit fortsetzen«, sagte die Politikerin zu den Bezirksvertretern.
Sie dankte ihrem Vorgänger Siegfried Kienitz (74) für sein 25-jähriges Engagement in der Bezirksvertretung und würdigte dessen »beispielhafte und vorbildliche« Arbeit. »Es war immer erkennbar, dass Sie mit Seele, Leib und Herz bei der Sache waren«, lobte Kopp-Herr.
Kienitz sagte, er wünsche sich, dass es in Zukunft in der Bezirksvertretung keine Grabenkämpfe gebe. Sichtlich gerührt verabschiedete er sich: »Ich bedanke mich bei allen, die immer hinter mir gestanden haben.« Auch Alterspräsident Ulrich Breipohl (BfB) würdigte Kienitz und den scheidenden Vorsteher-Vize Dr. Bernd Brunemeier. »Wir werden beide sicher sehr vermissen.«

Senne
Auch in Senne gab es keine Überraschung bei der Wahl: Wie erwartet ist Gerhard Haupt zum neuen Bezirksvorsteher gewählt worden. Er folgt auf seinen Parteifreund Ferdinand Stöppel (62), der dem Bezirk mehr als 13 Jahre lang vorstand und das Amt 1996 von Felix Snelting übernommen hatte.
Der 51-jährige Haupt erhielt bei der Abstimmung acht der 15 Bezirksvertreterstimmen. Fünf Vertreter stimmten für Karin Schrader von der SPD, die damit stellvertretende Bezirksvorsteherin bleibt. Zwei der 15 Stimmen waren kurioserweise ungültig. Offenbar waren auf den Stimmzetteln beide Kandidaten angekreuzt.
Bereits vor der Wahl hatten die Christdemokraten eine Kooperation mit den Grünen, der BfB und der FDP geschlossen.
Der neue Bezirksvorsteher bedankte sich für das Vertrauen und warb für eine faire Zusammenarbeit in der Bezirksvertretung. »Ich wünsche mir, dass wir möglichst viele Beschlüsse einstimmig verabschieden«, sagte er. An die Bürger im vollen Sennesaal gerichtet appellierte er: »Fordern Sie uns, sagen Sie uns Ihre Meinung. Davon leben wir und nur mit Ihren Anregungen können wir arbeiten.«

Sennestadt
Elke Klemens (69) bleibt fünf weitere Jahre Bezirksvorsteherin. Die Grünen und die Linkspartei hatten bereits vor der Wahl angekündigt, die SPD-Politikerin zu unterstützen. Und das taten sie auch. Bei der geheimen Wahl gestern Abend stimmte sogar noch ein weiterer Bezirksvertreter für Elke Klemens, so dass sie 9 der insgesamt 14 abgegebenen Stimmen erreichte. CDU-Mann Peter Flockenhaus fehlte entschuldigt bei der Sitzung.
Peter Kramer (CDU) bekam fünf Stimmen und ist nun stellvertretender Bezirksvorsteher – als Nachfolger von Heinrich Brinkmann. Elke Klemens dankte ihren Wählern und sagte: »Ich denke, dass ich auch mit denen, die mich heute nicht gewählt haben, gut zusammenarbeiten werde.« Vorrang müsse immer das Wohl der Sennestadt haben.
Ihre wichtigsten Ziele der neuen Amtszeit seien das Anschieben des Stadtumbaus West und eine Imageverbesserung des Stadtbezirkes nach außen. »Ich sehe meine Aufgabe darin, Menschen mit unterschiedlichen Interessen und Meinungen zusammenzuführen«, betonte Klemens. »Aber ich gehöre der SPD an und werde mich nicht verbiegen.«