Brackweder SPD setzt auf Rot-Rot-Grün

Die vierfache Mutter war bereits am Dienstag als SPD-Landtagskandidatin für den Wahlkreis 93 mit Brackwede, Heepen, Stieghorst, Sennestadt und Senne nominiert worden. »Die Arbeit als Bezirksvorsteherin ist aus meiner Sicht mit einem Landtagsmandat vereinbar«, sagte die gelernte Medizinisch-technische Assistentin, die heute als Pädagogin tätig ist. Sie betonte, dass sie auch im Fall einer Wahl in den Landtag die volle Amtsperiode als Vorsteherin übernehmen wolle. »Das ist eine Herausforderung, der ich mich gerne stelle«, sagte Kopp-Herr.
Noch am Dienstag hatte die Brackweder CDU mit den Grünen über eine mögliche Kooperation verhandelt. Doch in den Gesprächen habe sich gezeigt, dass es bei den Inhalten mehr Übereinstimmungen mit der Linkspartei und der SPD gebe, sagte Karl-Ernst Stille (Grüne). Das Dreierbündnis verständigte sich auf eine Zusammenarbeit bei zunächst fünf Projekten. So soll an der Hauptstraße »ortskernnah« ein Hochbahnsteig geschaffen werden.
Außerdem wollen die drei Parteien das Fahrradwegenetz ausbauen. »Vor allem die Germanenstraße und die Cheruskerstraße sollen für die Radfahrer sicherer werden«, sagte Stille. Auch die Tempo-30-Geschwindigkeitsbegrenzungen sollen im Brackweder Ortskern ausgeweitet werden. Die Parteien wollen zudem die Integration im Stadtbezirk fördern. Sie setzen sich dafür ein, dass ein Mensch mit Migrationshintergrund in der Bezirksvertretung ein ständiges Rederecht bekommt.
»Außerdem möchten wir die Aufenthaltsqualität an der Hauptstraße verbessern«, sagte Hans-Werner Plaßmann (SPD). Ziel sei es, den Durchgangsverkehr von der Hauptstraße auf den Stadtring abzuleiten. Entsprechende Anträge zu den fünf Projekten wollen die Parteien in der Sitzung im Dezember einbringen.
Regina Kopp-Herr war von der SPD nach der Wahl als Vorsteher-Kandidatin nominiert worden, nachdem Dr. Bernd Brunemeier aus gesundheitlichen Gründen seine Ämter niedergelegt hatte. Jetzt hofft die 52-Jährige, dass die geplanten Projekte in der Bezirksvertretung auf breite Zustimmung stoßen. »Mir liegt viel daran, die konstruktive Zusammenarbeit mit allen Parteien fortzuführen.«