SPD will Schwarz-Gelb »die Suppe versalzen«

Günter Garbrecht, bereits seit 2000 MdL, kandidiert im Wahlkreis 92 mit Mitte, Gadderbaum und Schildesche. Er bekam 126 Ja- und sieben Neinstimmen bei vier Enthaltungen. Regina Kopp-Herr kandidiert im Wahlkreis 93 mit Brackwede, Heepen, Stieghorst, Sennestadt und Senne. Sie bekam von 136 abgegebenen 112 Ja- und 16 Neinstimmen; acht Delegierte enthielten sich.
Im Wahlkreis 94 will Georg Fortmeier antreten. Der Wahlkreis umfasst neben Dornberg und Jöllenbeck auch den Altkreis Halle, gewählt wird dort im November.
Garbrecht hatte um die Stimmen seiner Genossen als »Sozialpolitiker aus Leidenschaft«, als »Mann mit Bodenhaftung« geworben. Er als Sozialdemokrat wolle sich »kompromisslos einsetzen gegen Ausgrenzung und Armut«. Er wolle kämpfen für die Abschaffung von Studiengebühren und für Lernmittelfreiheit. Garbrecht kritisierte aber auch die Hartz IV-Gesetzgebung. Sie sei gescheitert: »Eine Tatsache, die die SPD nicht verdrängen darf.« Er appellierte an seine Parteifreunde, um die »Köpfe und Herzen der Menschen« zu kämpfen: »Um jeden Einzelnen, um Enttäuschte, um Abgehängte, um Nichtwähler.«
Regina Kopp-Herr, gelernte Medizinisch-Technische Assistentin, heute als pädagogische Fachkraft bei den »Falken« tätig und Mutter von vier Kindern, sieht ihren politischen Schwerpunkt in der Bildungspolitik. Engagieren wolle sie sich bei der Integration, und sie kämpfe für den Ausstieg aus der Atompolitik. Die SPD-Politikerin, neu in den Bielefelder Rat gewählt, versicherte: »Es ist mir eine Herzensangelegenheit, Schwarz-Gelb die Suppe zu versalzen.«
Helga Gießelmann als Vorsitzende des Unterbezirks ließ ebenfalls kein gutes Haar an der neuen Bundesregierung, räumte aber auch ein, dass die SPD in einer »Identitäts-, Orientierungs- und Glaubwürdigkeitskrise« stecken würde. Ortsvereine sollen deshalb stärker an der Willensbildung beteiligt werden. Erster Diskussionstermin: 2. November, 20 Uhr, im »Fichtenhof«.