„ Das wird knapp“

So sagte Moderator Holm Sternbacher, Chef des SPD-Stadtverbands Heepen: „Wir sind für Überraschungen gut. Ich habe von Ingos Bewerbung durch Zufall gehört, aber das ist ja nicht weiter schlimm.“

„Bis gestern war uns alles klar“, sagten Frank Diembeck, der für die SPD Oldentrup für den Rat kandidiert hatte, und Wolfgang Golombek, Vorsitzender des Ortsvereins Brake. Nach der Erweiterung des Terzetts zum Quartett müsse man neu nachdenken. „ Das wird knapp“, prophezeite Kurt Stuke vom SPD-Ortsverein Heepen, als sich Stucke (37), Regine Weißenfeld (Stieghorst, 58), Brigitte Biermann (Sennestadt, 53) und Regina Kopp-Herr (Brackwede, 52) vorgestellt hatten.

Gut 90 Minuten hatten die mehr als 80 Zuhörer aufmerksam die Vorträge der Bewerber verfolgt, ihnen immer wieder Beifall geklatscht. Auch Vertreter aus Sennestadt, Senne und Brackwede waren schon dabei, obwohl die Vorstellungsrunde für die drei Stadtbezirke erst für heute Abend, 20 Uhr, im Forum des Schulzentrums Senne an der Klashofstraße angesetzt ist. „Ich freue mich, wenn mal mehr kommen, als man denkt“, sagte Sternbacher.

Marcus Lufen, frischgebackenes Ratsmitglied und Chef der SPD Brackwede, fasste nach knapp 60 Minuten zusammen: „ Das sind vier großartige Kandidaten. Wir können uns mit allen sehen lassen.“ Er wies allerdings darauf hin, dass sich die Gremien im Vorfeld auf eine Frau verständigt haben.

Ansonsten unterschieden sich die vier in ihren politischen Aussagen nur marginal: Sie stehen hinter dem Konzept „MoBiel 2030“ mit dem Ausbau des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs mit Verlängerung von Linie 1 und 3, wollen leistungsfähige Stadtwerke ohne die von CDU und FDP in die Gemeindeordnung eingefügten Beschränkungen. Sie treten ein für einen viel größeren Stellenwert von Bildung und Ausbildung, die kostenlos sein müsse, für die Gemeinschaftsschule, Wiedereinführung der Bürgermeister-Stichwahl, Korrekturen bei Hartz IV, weg von der Schwarz-Gelb-Maxime „Privat vor Staat“, erkennbar am Verkauf der LEG-Wohnungen an „Heuschrecken“, Ausstieg aus der Atomkraft, Weiterentwicklung der Technologie erneuerbarer Energien oder mehr soziale Gerechtigkeit.

Sie zeigten sich offen für ein Zugehen auf die Linke, die allerdings mindestens bundespolitisch Zugeständnisse machen müsse. In der Bildungspolitik treten sie für bundeseinheitliche Rahmenbedingungen ein, die eine Reform des Föderalismus bedingen.

Im Falle einer Wahl in den Düsseldorfer Landtag wollen alle vier intensiven Kontakt nach Bielefeld halten, ob als Mitglied des Unterbezirksvorstandes (Stucke), Ratsmitglied (Weißenfeld und Biermann) oder Bezirksvertreterin (Kopp-Herr). Bis zur Wahlkreiskonferenz am 27. Oktober haben die Stadtbezirke Zeit für ein Votum. Ein wichtiges Kriterium könnte dabei das Lebensalter werden.