Kopp-Herr löst Brunemeier als Kandidat ab

Der Schock ist dem Stadtverbandsvorsitzenden Markus Lufen noch anzusehen. Die Hiobsbotschaft vom Rückzug Brunemeiers erreichte die Genossen völlig unerwartet. Brunemeier, der schon während der Wahlkampfzeit gesundheitlich angeschlagen war, hatte in der Nacht zu Dienstag einen Kreislaufkollaps erlitten. Mit dem Rückzug aus der Politik folgt der 65-Jährige dem ärztlichen Rat.
Die SPD musste schnell reagieren und hat sich laut Markus Lufen einvernehmlich für Regina Kopp-Herr als BZV-Kandidatin geeinigt. Hans-Werner Plaßmann übernimmt den Vorsitz der SPD-Fraktion. Das war auch vorgesehen für den Fall, dass Bernd Brunemeier die Wahl des Bezirksvorstehers gewinnt. Plaßmann ist 59 Jahre alt und arbeitet als Berufsschullehrer am Carl-Severing-Berufskolleg. Für Regine Kopp-Herr rückt Michael Wiziald in die Bezirksvertretung nach.
Regina Kopp-Herr ist seit 1992 in der SPD engagiert und seit 2004 in der Bezirksvertretung. Im Rat hat die 52-jährige Ummelnerin während der vergangenen fünf Jahre Erfahrung als sachkundige Bürgerin im Jugendhilfeausschuss sowie als stellvertretendes Mitglied im Schul- und Sportausschuss gesammelt.
Bei der Kommunalwahl erhielt sie erstmals ein Ratsmandat. Schwerpunktthemen der vierfachen Mutter, die als pädagogische Fachkraft im Projektmanagement der SPD-Jugendorganisation Falken arbeitet, sind Kinder- , Jugend- und Frauenpolitik sowie Umweltpolitik. In Brackwede will sie sich dafür einsetzen, den »Stadtbezirk zu erhalten und zu stärken«. Ein wichtiges Thema sei zudem der Umbau und Neubau der Hauptstraße, für den ein Konsens in der Bezirksvertretung geschaffen werden müsse. »Da gibt es nur eine große Lösung«, ergänzt Markus Lufen.
»Für mich ist eine große Hoffnung zerplatzt«, zeigte sich Bernd Brunemeier tief enttäuscht. Die Wahl zum Bezirksvorsteher wäre die Krönung seines 36-jährigen Engagements für die Bezirksvertretung gewesen. Mit der Wahl seiner Nachfolgerin Regina Kopp-Herr ist Brunemeier mehr als zufrieden. Unberührt von der veränderten Kandidaten-Situation bleibt die Gesprächsbereitschaft der SPD im Vorfeld der Bezirksvorsteher-Wahl. »Wir reden mit allen«, betonte Markus Lufen, erklärte aber auch, dass sich die Partei erst nach der Bundestagswahl festlegen wolle, mit sie während der nächsten Legislaturperiode zusammen arbeiten wolle.