Bielefelder SPD vor neuer Personaldebatte

Bei der SPD zeichnen sich in zwei der drei Bielefelder Wahlkreise Veränderungen ab. Gesetzt ist wohl nur Günter Garbrecht, der direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises 92 (Mitte, Schildesche und Gadderbaum). Der 59-jährige Werkzeugmacher aus Gellershagen, der seit 2000 im Landtag sitzt und es dort immerhin zum Vorsitzenden des Landtagsausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales gebracht hat, will wieder antreten.

Im Wahlkreis 93 (Brackwede, Senne, Sennestadt, Stieghorst, Heepen) kandidierte zuletzt Helga Gießelmann, unterlag bei der Wahl 2005 ihrem CDU-Widersacher Rainer Lux, rückte aber über die Landesliste wieder in den Landtag ein. Die 59-jährige Diplom-Soziologin, die auch Vorsitzende der Bielefelder SPD ist, hat sich zwar öffentlich noch nicht erklärt, in der SPD geht man aber davon aus, dass sie nach 20 Jahren im Landtag nicht noch einmal antritt. Völlig offen ist, wer ihr nachfolgen könnte. Vieles spricht dafür, dass in dem erst 2005 neu zugeschnittenen Wahlkreis wieder eine Frau für die SPD antreten soll. Als mögliche Bewerber werden in der Partei die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses im Stadtrat, die Diplom-Sozialpädagogin Regine Weißenfeld (58) aus Sieker, und Ratsfrau Brigitte Biermann (51) aus Sennestadt, die für die SPD im Hauptausschuss sitzt, genannt. Als mögliche Bewerberin gilt auch Marlies Pelster-Wend (52), die Ehefrau des Ende März ausscheidenden SPD-Bundestagsabgeordneten Rainer Wend. Die stellvertretende Vorsitzende des Detmolder Regionalrates, die auch stellvertretende Bezirksvorsitzende ihrer Partei ist, arbeitet hauptberuflich in der Gleichstellungsstelle der Stadt Bielefeld. Klar scheint in diesem Wahlkreis nur eines: Der CDU-Gegenkandidat dürfte wieder Rainer Lux heißen.

Bleibt der ortsübergreifende Wahlkreis 94 (Jöllenbeck, Dornberg und der Altkreis Halle): Hier trat 2005 für die SPD die frühere Landtagsabgeordnete und Landrätin des Kreises Gütersloh, die Steinhagenerin Ursula Bolte (63), an. Sie unterlag dem früheren Gütersloher Oberkreisdirektor Günter Kozlowski (56), der sein Mandat nach der Wahl niederlegte und Staatssekretär im NRW-Verkehrsministerium wurde. Bei der Bielefelder SPD geht man davon aus, dass Bolte nicht noch einmal antritt. Als Favorit für die Nachfolge gilt Georg Fortmeier. Der 53-jährige Jurist aus Dornberg ist hauptamtlicher Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten Wend, sitzt für die SPD im Stadtrat, ist Vorsitzender des Umwelt- und Stadtentwicklungsausschusses und stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

„Die Entscheidung über die Landtagskandidaten muss“, so erläuterte gestern Bielefelds SPD-Chefin Helga Gießelmann“, spätestens bis Oktober/November fallen.“ Denn Anfang Dezember werde Ostwestfalens SPD bereits über die Listenbewerber für die Landtagswahl entscheiden.